Ein Königreich für eine Schnecke von Maria Reva

Shownotes

Buch

Reva, Maria: Endling. Doubleday 2025. Reva, Maria: Ein Königreich für eine Schnecke. Dtv 2026.

Musik

Music from https://filmmusic.io "Carefree" by Kevin MacLeod (https://incompetech.com)) License: CC BY (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/))

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00:00:00: Das Ohr ist das Auge der Seele.

00:00:04: Hat Hildegard vom Bingen

00:00:05: genommen.

00:00:05: Steht hinten auf deinem Wandtattoo.

00:00:08: Ja, genau!

00:00:10: Und mein

00:00:10: Podcast Wandtatoo

00:00:18: Ich lese was, was du auch liest – Der Buch-Podcast der Fabi.

00:00:26: Hi Martina

00:00:29: Na?

00:00:31: Wie geht's?

00:00:33: Ja gut und dir?

00:00:35: Auch

00:00:35: gut.

00:00:36: Wir sind ja wieder... Wir haben wunderschönen

00:00:37: Sommer gehabt.

00:00:39: Ja, sehr gut und jetzt sind wir wieder hier Back to Business.

00:00:42: Da geht es natürlich gut!

00:00:43: Ich freue mich, ich bin schon super gespannt heute was du mir

00:00:45: alle sagst.

00:00:46: Oh ja?

00:00:47: Auf die Endlinge...

00:00:50: Ja lustigerweise gibt's zwei Romane mit dem Titel

00:00:54: NG.

00:00:55: Ihr habt das auch gehört.

00:00:58: Aber wir sprechen heute über den von Maria Rewe.

00:01:02: Ja, das ist mein Schreiber.

00:01:03: Eigentlich hätten wir den auch noch lesen sollen und gucken...

00:01:06: Hey du!

00:01:06: Das habe ich mir vorhin auch gedacht, dass man so einen Comparant Contrast hätte machen

00:01:12: können.

00:01:12: Beziehungsweise glaubst du es gibt da viele Romane auf der Welt die ähnliche Namen haben?

00:01:17: Wir könnten ja auch ein ganzen Podcast rausmachen.

00:01:22: Wir lesen immer nur die Bücher, die gleiche Titel haben

00:01:24: oder sehr ähnlicher und gucken dann

00:01:27: Aber in dem Fall ist es ja wohl so, dass die beide lustigerweise denselben Artikel gelesen haben.

00:01:33: In der Atlantik wo's um so einen Schneckenforscher auf Hawaii ging also da hat er sogar

00:01:39: ...

00:01:40: das hatte sogar dieselbe Source und nicht einfach nur zufällig.

00:01:43: So

00:01:44: dann waren die beiden so... Das ist krass!

00:01:46: Da müsste man manchmal mal darüber schreiben.

00:01:48: Das wäre eher krass verrückt.

00:01:49: Das schreibt niemand.

00:01:51: Und dann zack.

00:01:53: Ja ich muss sagen Ich bin heute auch Back in my home territory, weil die Schnecke ist ja mein spirit animal.

00:02:01: Aha!

00:02:03: Wusstest du schon von mir?

00:02:05: Oder zumindest denken das manche Leute schaut out an Tobias Döhring der mir mal ein Buch über Schnecken geschenkt hat und mit einer Widmung.

00:02:15: Kannst ja später noch sagen wie sehr du dich daher wiedergefunden hast oder ob du die bist oder ready...

00:02:23: Ja!

00:02:23: Ja, ihr hört

00:02:24: schon lauter Inside Jokes.

00:02:27: Ich habe auch mich gefragt vielleicht allgemein für diese Folge.

00:02:31: Es wird natürlich wie immer Spoiler geben und Spoiler heavy werden aber ich finde in diesem Buch ist es schon nochmal extrem.

00:02:39: Also wir werden über alles oder fast alles sprechen, deshalb ich finde irgendwie noch mal vielleicht als Disclaimer.

00:02:44: Wenn ihr es noch lesen wollt, lese das vielleicht erst schnell und hört dann die Folge, weil ... Wir werden ein paar Turns-und Abzweigungen verraten, die sich doch, finde ich sehr lohnenunwissend zu lesen eigentlich.

00:02:57: Also weißt du?

00:02:57: Ich meine für mich ist jetzt schlecht hier alles zu spoilern, deshalb schaltet jetzt ab.

00:03:02: Ja, genau.

00:03:02: Also nur dass ihr es wisst und euch sehenden Auges hörenden Ohres in diese Spoiler-Schlacht mit uns begebt.

00:03:09: Das Ohr ist das Auge der Seele.

00:03:13: Genau.

00:03:14: Hat

00:03:14: Hildegard von Bingen

00:03:15: gesagt.

00:03:15: Steht hinten auf deinem Wandtattoo.

00:03:17: Und

00:03:20: mein Podcast Wandtatoo!

00:03:23: Genau, wir sprechen heute über den Roman mit dem einzigartigen Namen Endling auf Englisch sowie auf Deutsch ein Königreich für eine Schnecke von Maria Reva.

00:03:34: Ich finde übrigens einen Königreich für eine Schnecke.

00:03:37: können wir vielleicht auch später noch mal drüber reden?

00:03:39: wie aber den Titel?

00:03:40: also?

00:03:42: ich habe das Gefühl Ich finde es auch schlecht und vor allem so generisch.

00:03:48: Wenn deutsche Filme oder Bücher schnell einen Titel brauchen, dann ist das entweder ein Königreich für ... Ein Königreich für ein Lama... Oder ein Ha-Ha-Ha kommt selten allein!

00:04:00: Wie viele neunziger Jahre Filme heißen ein Ha?

00:04:02: ha kommt selte allein?

00:04:04: Also irgendwie schade.

00:04:05: aber ich weiß nicht gibt's ein deutsches Wort für Endling?

00:04:10: Ich weiß, es gibt nämlich noch ein Buch.

00:04:12: Das Endling heißt nicht von Yasmin Schreiber sondern auch von der Deutschsprachigen Autorin und das ist auch so ein dystopisches Buch.

00:04:20: also vielleicht konnten sie's auf Deutsch nicht endligen lernen weil es das halt schon

00:04:23: gibt.

00:04:24: Weil es schon zu viele gibt.

00:04:30: Gebe ich eine kurze, sehr kurze Einführung in die Autorin und dann auch über in den Plott.

00:04:35: Und wie immer habe ich mir ein sehr kompliziertes Buch ausgesucht was ich für euch zusammenfassen darf oder Fabian?

00:04:42: Genau also Maria Rehwa wurde neunundachtzig in der Ukraine geboren und lebte dort auch also in Harrison in der Ost-Ukraine bis zu ihrem siebten Lebensjahr wird noch relevant werden im Roman und ist dann aber mit ihren Eltern in nach Kanada emigriert.

00:04:58: Und es dann in Vancouver aufgewachsen.

00:05:01: Es gibt gar nicht so viele Infos, finde ich über ihr Leben.

00:05:04: also sie hatten MFA aus von der University of Texas erhalten und ja schreibt schon länger Erzähl Literatur und auch Open Libretti

00:05:18: Genau.

00:05:20: Unter anderem, also mit verschiedenen KomponistInnen zusammen aber unter anderem auch mit ihrer Schwester die Komponentin ist, Annabek.

00:05:27: Pete Garner und da haben sie gemeinsam OPAN realisiert.

00:05:31: Endling ist aber ihr erster Roman.

00:05:33: Die Büromaan ist aber nicht das Erste was Sie geschrieben hat, da sie schon mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht hat Und eine Kurzgesicht-Geschichten-Sammlung mit dem Titel Good Citizens Need Not Fear Ja, der verschiedene Geschichten, Kurzgeschichten vereint die alle in einem Apartment-Block in der Ukraine spielen.

00:05:52: Was ich auch ganz interessant fand was Maria Reva auf ihrer Website als einer der obersten Facts über sie hat dass sie im November, zwanzig von russischen Außenministerium auf eine Liste gekommen ist Einiger weniger kanadischer Bürgerinnen, die nicht mehr nach Russland einreisen dürfen.

00:06:10: Also so persona non grata und da scheint sie auch ein bisschen stolz drauf zu sein steht relativ weit oben.

00:06:15: Die sowohl ihre Kurzgeschichten als auch dieser Roman den wir heute besprechen wurden von der Kritik oder von von der Literaturkritik eigentlich recht positiv aufgenommen.

00:06:24: also für sie hat schon paar Preise für Kurzgeschichte gewonnen.

00:06:28: Sowohl für einzelne.

00:06:29: es ist auch mit dieser Kurzgeschichtensammlung in paar engere Auswahlen für Preise gekommen.

00:06:34: Endlich selber der Roman, den wir heute besprechen war.

00:06:37: Also größte Achievement ist natürlich das er auf die Longlist für den Booker-Prize im Jahr twenty-fünfundzwanzig gekommen ist und hat aber in dem Jahr auch um sechsund zwanzig noch paar andere Preise gewonnen darunter den Edward Gibson Writer's Trust Fiction Prize und den Aspen Words Literary Prize.

00:06:52: und Amazon Canada First Novel Award also Accolades sind sozusagen da.

00:06:57: Das

00:07:00: zweite Buch von der Longlist vom Booker, dass wir lesen Das Saalt war ja auch für ein Booker, der im Jahr Buckein-Zicht-Fünfund.

00:07:07: Ja, gutes Jahr!

00:07:07: Gute

00:07:09: Auslese, gute Lese oder wie sagt man?

00:07:12: Guter Jahrgang!

00:07:15: Genau.

00:07:16: Wie schon gesagt, der Roman ist entsprechend auch im Jahr zweitausendfünfundzwanzig bei Double Day auf Englisch erschienen und zwei tausendsechsundzwanzig dann ins Deutsch übersetzt worden von Stefan Kleiner und es hier beim DTV Verlag relativ kürzlich erst im Sommer, glaube ich, erschienen.

00:07:31: So viel zur Autorin.

00:07:33: und jetzt die größere, der größere Spaß.

00:07:35: Ich werde ganz

00:07:37: kurz... Ich lehne mich mal zurück!

00:07:39: Nee tust nicht.

00:07:40: vielleicht noch brauche ich manchmal deine Hilfe.

00:07:42: Ah ja

00:07:42: okay.

00:07:43: Ich erzähle jetzt ein bisschen chronologisch wie was in dem Roman passiert aber ich strukturiere auch ein bisschen für euch vor um euch ein Bild davon zu geben wie da Roman aufgebaut ist weil ich finde man könnte sagen das erste Drittel ungefähr ist eigentlich ein sage ich mal kommt erstmal wie ein konventioneller Roman.

00:07:58: Daher, wir steigen rein.

00:08:00: Das ist eine personale Erzählung und wir lernen unsere Hauptfigur kennen namens Jewa und Jewer is Malakologin.

00:08:09: Wissen alle was das ist?

00:08:12: Nämlich...

00:08:13: Malakogin!

00:08:14: Suspension Forscherin.

00:08:17: Sie lebt in der Ukraine, ist Schneckenforscherin und fährt mit einem ausgebauten, also einem sozusagen zum Labor ausgebautem Campervan-Lastwagen-Style durch die Ukraine.

00:08:30: Und versucht, Schnecken zu retten, die vom Aussterben bedroht sind und diese auch zu beforschen.

00:08:35: Und sie hofft vor allem dass sie eben diese Schnecken, die sonst aussterben würden dazu bekommen kann das sie sich vermehren ja dass sie dadurch nicht aussterbe.

00:08:47: Und manche davon sind aber leider schon sozusagen die letzten in der Linie ihrer Spezies oder ihre Art.

00:08:53: Und sie sind dann sogenannte Endlings, so auch der Titel des Romans.

00:08:57: Einen dieser Endlinge lernen wir besonders kennen und zwar der C-Sykulus mit dem Namen Lefty.

00:09:05: das ist eine Schnecke, deren Haus sich nach links dreht was sich rausstellt ein besonderes hoffnungsloser Kandidat ist denn es gibt noch ein paar rechtsdrehende Kandidaten dieser Spezies, mit denen sich Lefty aber leider nicht vermehren kann.

00:09:18: Deswegen wird händeringend nach einer Partnerin für den linksdrehenden Lefty gesucht.

00:09:23: Bisher sieht es aber eher schlecht aus!

00:09:36: Generell in der Wissenschaft.

00:09:37: ein bisschen Problem ist Funding, sozusagen finanzielle Unterstützung für dieses Unterfangen des Schneckenforschens zu bekommen.

00:09:44: So verschiedene Grants und Forschungsförderungen haben nicht funktioniert, entscheidet sich jeweils eines Tages die Finanzierung ihrer Forschung selbst in die Hand zu nehmen Und sie meldet sich bei einer sogenannten Brautschau oder im Englischen Buch heißt es Romance Tours Bei einer Agentur an also eine Partnerschaftsvermittlungsagenturnamens Romeo meets Julia, bei der Ukrainerinnen als Partnerinnen an westliche Ausländer vermittelt werden sollen die quasi in die Ukraine kommen da so ein Art Dating-Woche absolvieren und sich dann davon eine zukünftige Ehefrau aussuchen.

00:10:21: Was man vielleicht dazu sagen muss jeweils Hat keine besonderen Hoffnungen, da einen westlichen Ehemann kennenzulernen.

00:10:27: Sondern sie macht das nur des Geldes wegen und die Besitzerin der Heiratsagentur sagt auch so ... Ja ja du ist jetzt nicht so schlimm!

00:10:32: Du musst nicht!

00:10:33: Es ist auch wichtig dass hier ein bisschen Masse da ist, dass sozusagen die Bachelors werden die immer genannt also die Junggesellen, die da aus größtenteils aus den USA oder aus Kanada kommen.

00:10:41: Dass Sie so das Gefühl haben, Sie haben eine große Auswahl an Frauen aber es ist völlig okay wenn du sozusagen nicht ernsthaft auf der Suche bist.

00:10:48: So in dieser Partnerschaftsvermittlungs- Situation lernt, lernen wir dann, lernen sowohl wir als auch jeweils die weiteren zwei Hauptfiguren des Romans kennen.

00:10:58: Also das fand ich auch ganz spannend.

00:10:59: Die kennen sich am Anfang noch nicht und sozusagen sind drei Fremde.

00:11:03: Und da sind zwei Schwestern namens Nastia und Sol, die irgendwie auch in diesem... In dieser Agentur, in der Partnerschaftsvermittlung aufschlagen.

00:11:13: Nastia ist diejenige, die da auch so ein bisschen dated und soll arbeitet dort als Übersetzerin, die sozusagen immer dabei ist und die Gespräche ins Englische übersetzt.

00:11:21: Die beiden haben eine eigene Geschichte und zwar wurden sie von ihrer Mutter, die radikale Feministin ist und sozusagen so ... Ein bisschen pussy riotmäßig habe ich mir das vorgestellt.

00:11:31: Nee oder

00:11:32: wie

00:11:34: Themen?

00:11:34: Ja stimmt!

00:11:35: Die machen das mit oben ohne.

00:11:38: sozusagen auf Missstände und auf patriarchale Strukturen in der Ukraine hingewiesen hat, die ist allerdings verschwunden.

00:11:46: Und Nastya und Nastya vor allem schmiedet dann irgendwann den Plan dass sie eine öffentliche Aktion machen könnten, die dann durch die Medien geht und so eben die Aufmerksamkeit der Mutter zu erregen.

00:11:57: Die sich dann vielleicht wieder bei ihren Töchtern meldet weil sie so stolz drauf ist dass sie eben auch was gemacht haben.

00:12:01: Und der Plan den Nastia eben hegt ist wir entführen hundert dieser Junggesellen aus dieser Heiratsvermittlungsagentur und halten die sozusagen als geiseln.

00:12:12: Und das wird dann eben so krass durch die Medien gehen und wir werden da als Aktivistinnen dargestellt, unsere Mutter wird so stolz sein dass sie sich eben wieder aus der Verschwundenheit auftaucht, sich bei uns meldet.

00:12:24: Wie dann eben Jeva und Nastya zusammenfinden, ist das ... Nastya eines Tages sieht, dass Jeva diesen Schnecken werden hat.

00:12:29: Und versucht sie anzuheuern als Fahrerin für diese Hundert Geiseln!

00:12:33: Am Anfang zieht Jeva natürlich nicht so, die hat da keinerlei Interesse dran, die will einfach ihr Schneckending machen und ein bisschen Geld verdienen.

00:12:40: Irgendwie schafft Nastya und Schaffen Nastja und Sol, die dann auch an Bord ist, sie aber zu überreden.

00:12:45: Aber es passen nur dreizehn Junggesellen und Nicht-Hundert in diesem Van.

00:12:49: Dann sind's dann halt ja okay, da machen wir's mit dreizehnt.

00:12:53: Und das ist eigentlich so ein bisschen der erste Teil des Romanens.

00:12:56: Wir lernen dann auch noch einen dieser Junggesellen kennen, ich glaube da gehe ich jetzt erst mal nicht im Detail drauf ein.

00:13:01: Das heißt Pasha, der ist beziehungsweise Pavel bzw.

00:13:04: Paul.

00:13:05: Der ist Kanadier ebenfalls mit ukrainischen Wurzeln, der an diese Heiratsvermittlungsgeschichte teilnimmt.

00:13:11: aber da können wir später noch darauf eingehen.

00:13:13: Ich glaube, dass dieses Set-up, dieses Wie kommt zu dieser Entführung ist eigentlich so.

00:13:16: der erste Teil des Romans wird relativ konventionell erzählt.

00:13:19: Ist sehr lustig!

00:13:20: Wir haben Bock wir sind so okay jetzt geht's los die Entführungen passiert.

00:13:25: wie schaffen sie das alles?

00:13:27: Und dann bekommt in der Roman im Prinzip ein bisschen so einen Cut und switched sozusagen in die Metafiktion und auch ein bisschen in die Autofiktion rein.

00:13:37: was es bedeutet erkläre ich jetzt gleich.

00:13:39: nämlich ist es so dass um die Seite Hundertzehn rum.

00:13:43: Nastya, Sol und Jewa sind zwei Stunden mit den ganzen Junggesellen hinten im Gepäck unterwegs.

00:13:51: Die ersten Bombenschüsse hören ... Und sich halt noch so fragen ist das Feuerwerk?

00:13:55: Ist es doch Feuerwerk oder?

00:13:57: In Wirklichkeit ist es aber so dass Russland zu dem Zeitpunkt, in dem Jahr zwanzundzwanzig spielt, dass ein Full-Scale Invasion der Ukraine dort gestartet hat.

00:14:07: Der Krieg ja die ganze Handlung unterbricht, aber auch gleichzeitig den Romanunterbricht.

00:14:12: Daraufhin wird es jetzt ein bisschen crazier, als man vielleicht am Anfang dachte was die Struktur des Romans angeht.

00:14:19: Nämlich passiert erst mal das dass ein Kapitel kommt in dem jetzt plötzlich die Autorin so autofiktsional ist ich der Autorinnen Erscheinung tritt und sie beschreibt ja ihr seht so ich diesen Roman wollte ich schreiben.

00:14:31: soweit bin ich gekommen.

00:14:33: Und jetzt fragt mich mein Literaturagent ständig, wann es quasi weitergeht.

00:14:38: Wann er den Rest des Romans zugeschickt bekommt und der sagt auch ja du müsst das und das noch verbessern usw.

00:14:44: Sie beschreibt eben dass sie durch den Ausbruch dieses Krieges nicht weiterschreiben konnte weil sie sich halt jetzt fragte okay wie soll ich jetzt noch so ein Kidnap Thriller schreiben über Gesellschaftskritik der Heiratsvermittlung wenn doch eigentlich dieser Krieg passiert ist?

00:14:59: Genau.

00:14:59: Ich glaube, ich wollte an der Stelle sogar was vorlesen wenn ich das da verwirren.

00:15:03: You may!

00:15:04: Natürlich!

00:15:06: Sie sagt dann nämlich... Also der Agent fragt dann sie aus.

00:15:09: Was ist denn jetzt mit dieser wasn't your novel originally going to be about a marriage agency in Ukraine?

00:15:15: Und dann sagt die Autorin oder dieses ich eben null and void.

00:15:20: what does that mean fragte Literaturagent the premise irrelevant.

00:15:24: Ich war über die sogenannte Invasion der Western-Bachelors in Ukraine zu schreiben, und dann wurde eine aktuelle Invasion.

00:15:29: Auch im peacetime fühlte ich mich wie ein Quieszi, um nicht nur einen, sondern auch zwei ukrainische Tröpfchen zu machen – Mailorder Brides & topless Protesters!

00:15:37: Das Konzern sieht jetzt unvergivable aus.

00:15:39: Also habe ich ein anderes Buch geschrieben, etwas, was ich gedacht hätte, besser sein können.

00:15:43: Genau, und da sieht man eben also an diesem ersten Kapitel wo die Autorin mit dem als ich Erzählerin in der Scheinung tritt.

00:15:50: Sieht man so ein bisschen dieses Thema okay wie kann man jetzt noch weiterschreiben über?

00:15:56: kann man jetzt so einen Roman weiterschreiben, wenn eben der Krieg passiert.

00:15:58: Und wie kann man vielleicht über den Krieg schreiben?

00:16:00: Aber wie könnte man auch überhaupt nicht über den kriegscheiben?

00:16:02: Also sozusagen dieser Struggle zeigt sich ab dort in dem Roman auch in der Struktur, indem eben ab jetzt sozusagen diese metafektionalen Kapitel also wo die Autorin als ich Erzählerin auftritt abwechseln mit... den also nicht eins zu eins abwechseln, aber sich immer wieder mal abwechselnd mit der anfangen... erntfänglich anfangs angefangenen Erzählung rund um Jeva, Sol und Nastia.

00:16:25: Und dann rund um die Seite sag ich mal hundertdreißig Endet sozusagen der Roman.

00:16:30: Also sie schreibt dann für Soll, Nastya und Jeva so ein kleines Happy End im Prinzip, dass das Kidnapping jetzt passiert ist.

00:16:38: die Bachelors werden aber zurück in Sicherheit gebracht.

00:16:40: Jeva, Nastja und Soll retten noch den Großvater der Autorin.

00:16:44: also jetzt ist es so ein bisschen gemischt.

00:16:46: Das kennst du seiner Familie zurück.

00:16:47: und dann folgen im Buch eben auch eine Seite auf der steht the end Die Acknowledgements.

00:16:52: da gibt's auch also so Paratexte quasi in denen steht ja diese Schriftart wurde hier verwendet.

00:16:57: ich danke meinen Publisher und mein Literaturagenten usw.

00:17:02: Also bei der Mitte des Buches, also auch so von der Seitenanzahl her scheint der Roman zu enden und zu Ende sein.

00:17:10: Und dann fängt eben der dritte Teil an die so ein bisschen neue Roman, eine neue Version des Romans ist, also so eine Alternativversion die eben nicht auf diesem Happy End geendet ist, sondern wir haben jetzt parallel den Plot rund um Nastya Soljeva und diese Junggesellen, die immer noch hinten im Wellen sind.

00:17:28: Und wir haben auch die Geschichte rund um diese fiktive Autorin Maria Reva, die natürlich Parallelen hat zu ... Tatsächlich ein Autorin Maria Reber, die eine Schriftstellerin ist und sich auch als diese Schriftstellerin zeigt.

00:17:39: Die in der Art moralischen Krise ist, die auch ne Schreibblockade hat aufgrund dieses Kriegs.

00:17:44: Der passiert es, die in Kanada lebt und sich um ihren eigenen Großvater sorgt, der immer noch in der Ost-Ukraine in Kherson lebt.

00:17:51: Diese zwei Ebenen werden jetzt halt im Rest des Romans nicht nur abgewechselt sondern interessanterweise auch miteinander vermischt weil diese fiktive Autorinnen auch mit den Figuren im Roman interagiert.

00:18:02: Also erstens ist ja Teil ihrer Geschichte auch Teil des Romanes, weil es jetzt zum Beispiel ihren eigenen Großvater dann auch gibt im Romanen der sich weigert sein Haus in der Ostukraine zu verlassen und da können wir gleich noch drüber sprechen.

00:18:15: sie selber tritt dann auch als Figur mit den Figuren Jeva Nastya und Soln in Kontakt im Roman.

00:18:21: Es wird wacky oder?

00:18:26: Und ich glaube so als Leserin ist man ein bisschen auch so ein bisschen aufgerüttelt, weil man hat sich ja eigentlich dann hundert Irgendwas Seiten schon ein bisschen eingerichtet in okay das ist jetzt unsere Geschichte.

00:18:36: So mit den drei Frauen die da diese Junggesellen kidnapen.

00:18:39: und dann ist man so wow!

00:18:40: Und dann denkt sie sich aus wie ich sehe was sie machen will.

00:18:45: aber man denkt sich aus ein bisschen... Man fiebert somit schafft sie diesen Home Run am Ende zu machen?

00:18:50: Kommt sie, wie schafft ihr den Bogen

00:18:53: wieder

00:18:53: zurück und kriegt es alles eingefangen?

00:18:56: Weil man schon denkt ok sie macht echt viel auf Ja.

00:18:59: Und man ist ein bisschen so gespannt, on edge oder?

00:19:02: Ja voll total!

00:19:04: Ich glaube ich erzähle jetzt trotzdem noch kurz wie es mit Eva Nastia und Zoll weitergeht.

00:19:07: oder wollen wir das im Laufe der Diskussion einspeisen...ich glaube ich sage es noch, ich umreiß es noch kurz.

00:19:14: Sozusagen unsere Kidnapping Bachelor's Hinten im Van Story geht weiter.

00:19:19: also die wird nicht abgebrochen.

00:19:20: obwohl sie am Anfang schon eigentlich einen Ende bekommen hat wird sie doch weitergeschrieben.

00:19:24: Also wir gehen wieder dahin zurück zu Eva Nastya und ZOLL die weiter durch die Ukraine fahren und eben dann merken, oh Mist der Krieg ist ausgebrochen.

00:19:33: Was machen wir denn jetzt?

00:19:34: Können wir jetzt unser Kidnaping fertigmachen oder sollten wir jetzt vielleicht samt der dreizehn Kanadier hinten drin einfach in den Westen fahren und die Ukraine verlassen sollen wir flüchten was wir machen Und dann gleichzeitig kommt die Meldung rein das eben ein letzter möglicher Geschlechtspartner von Lefty oder eine Geschlechtspartnerin für Lefty Die nach links drehende Schnecke entdeckt wurde auf einem Baum im Osten der Ukraine, also eigentlich da, wo gerade der Krieg und die Invasion am gefährlichsten ist.

00:20:02: Und jetzt hat Jewa natürlich das Problem was machen sie jetzt?

00:20:04: Sicherheit... Was machen wir überhaupt mit diesen ganzen Junggesellen hinten drin!

00:20:08: Und Lefty ist auch noch... was machen wir mit dieser

00:20:10: Schnecke?!

00:20:11: Genau, die drei entscheiden sich dann irgendwie auch mutig von Nastya und Soll dass man eben, dass es jetzt eben wichtig ist, noch ganz kurz bei dem Schneckenbaum vorbeizufahren und zumindest zu versuchen, die Partnerin für Lefty zu finden.

00:20:22: Das machen Sie dann auch und geraten dann halt total in diese russische in diese Invasion rein.

00:20:27: Da passieren mehrere Sachen, also sie finden interessanterweise die Schnecke.

00:20:31: Gleichzeitig geraten Sie dann aber auch nicht nur mit Soldaten aneinander, wodurch auch einer der Bachelor oder der Junggesellen getötet wird weil die hinten natürlich überhaupt nicht kapiert haben dass der Krieg ausgebrochen ist.

00:20:43: Die sind erstmal so hey was ist das?

00:20:44: Lass uns gehen und so und dann wird eine auch getötete Und gleichzeitig geraten sie auch in einen russischen Propaganda Werbespot über die russische Invasion hinein.

00:20:55: Also es wird dann sehr absurd, sage ich mal so ohne jetzt ins Detail zu gehen und währenddessen wird das eben kontrastiert mit dieser Schnecke, die jetzt die Hoffnung hat oder wo auch jeweils die Hoffnungen hat dass man diese Spezies retten kann.

00:21:09: Da wollte ich auch noch was vorlesen.

00:21:10: wenn nicht darf.

00:21:12: Also genau, es ist dann nämlich so.

00:21:14: Sie sind auf diesem Baum, sie haben die Partnerin von Lefty gefunden und Jeva nimmt dann Leftie, setzt den auch auf diesen Baum und hofft halt dass die jetzt anfangen sozusagen Ich weiß nicht.

00:21:26: Heißt das Balzen bei Schnecken?

00:21:27: Keine Ahnung, zu flirten.

00:21:29: Man kann sich nicht

00:21:30: vorstellen, dass es Balzen heißt.

00:21:31: Das würde mir

00:21:32: eine Bewegung voraussetzen!

00:21:34: Die

00:21:34: ist doch

00:21:34: einfach so ein Schleim

00:21:36: aus und die andere Schnecke riecht's und findet's geil.

00:21:39: Genau, da hoffen Sie eben drauf.

00:21:40: Und in dem Moment werden sie aber gestört von diesem Propaganda-Werbespotteam.

00:21:45: Und Sie können dann natürlich nicht sagen lasst uns in Ruhe wir wollen hier kurz Schnecken vermehren sondern genau.

00:21:50: Sie werden abgelenkt gehen dann weg vom Baum und gehen dann wieder zurück um eben zu gucken Was sind die Zerschnecken jetzt weg?

00:21:56: Haben sie sich getroffen, was ist passiert?

00:21:57: Finden wir die überhaupt noch.

00:21:59: Als Eva eben wieder so auf diesen Baum zugeht steht hier... Es sah nicht möglich aus.

00:22:20: Sicherlich war die Doppelung ein Trick von ihrer Vision.

00:22:27: Leben enttötigte zwischen Annihilation und, könnte man es nicht denken, Hoffnung.

00:22:32: Und dann kommt ein ganz kleines Kapitel aus der Sicht von Lefty der Schnecke.

00:22:35: Nein, Leftie sah nicht viel.

00:22:38: Kein Zirkus von Licht, meist Schatten.

00:22:41: Es war das Schöne, was er schlug, ihr Schöner.

00:22:46: Die Doppelinge saufen uns live.

00:22:57: Es ist dann irgendwie extrem absurd, dass wir einerseits diese krasse Angst vor diesem Krieg und dieser Invasion und diesen Russen haben die hier eingefallen sind.

00:23:06: Und auch die Angst um diese Junggesellen, die man irgendwie da noch im Gepäck hat.

00:23:10: Gleichzeitig geht es halt dann um diese Hoffnung und diese sexy Szene zwischen den Schnecken, die sich jetzt hier gefunden haben.

00:23:17: Es ist ein ganz großes Feuerwerk der Absurdität.

00:23:22: Und auch der Kontraste, die da so gegenübergestellt sind.

00:23:25: Jetzt sage ich noch kurz nicht ganz, wie's ausgeht ... Aber ich sage noch ganz kurz, wie es jetzt zu dieser Großvatergeschichte kommt die ich gerade vorher schon angeteasert habe aber die man eigentlich gar nicht richtig verstehen konnte.

00:23:35: Also die ... Ich erzähle... Fiktionale Autorin hat eben schon öfter erzählt, dass es ihr auch so schwer fällt jetzt überhaupt noch zu arbeiten in Kanada zu schreiben.

00:23:44: Weil Ihr Großvater also Ihr tatsächlicher Großväter immer noch in der Ostukraine lebt und sich weigert zu flüchten und seine Heimat zu verlassen.

00:23:52: Und in der sage ich mal Binnengeschichte von Nastya Solonjewa kommt's jetzt eben auch dazu dass die Besitzerin der Agentur, also dieser Heiratsvermittlungsagentur Masha anruft eben rausgefunden hat.

00:24:04: Dass sie das waren, die die Junggesellen gekidnappt haben und eben sagt hey ihr müsst die unbedingt alle wieder zurückbringen.

00:24:10: Und wenn ihr sozusagen jetzt da schon unterwegs seid will sie eben auch noch, dass sie ihren Großvater, also den Großväter der Heiratz Vermittler-Agenturbesitzerinnen in Harrison abholen.

00:24:21: und dann stellt sich eben raus, dass die schafft es quasi die Autorin auch noch mit als Figur Teil der Geschichte zu werden.

00:24:32: Dann ist quasi noch ein zusätzlicher SideQuest, nicht nur die Schnecke an dem Baum... Also wir haben nicht nur Flucht-SideQuest-Schnecke am Baum vermehren dann haben wir nochmal SideQuests Großvater aus seinem Dorf abholen und dann kann man wirklich die Ukraine verlassen.

00:24:46: Ja, und das ist ganz schön spannend.

00:24:47: Und auch ein bisschen beklemmend und gleichzeitig aber auch absurd und lustig.

00:24:52: Ich glaube dabei belaste ich es erst mal ohne den Ausgang dieser ganzen Sache zu verraten.

00:24:57: Und ich fand's gar nicht so leicht, dass jetzt zusammenzufassen.

00:24:59: Ich möchte aber noch sagen... Es klingt alles sehr kompliziert und ist auch kompliziert zu erklären.

00:25:03: Das ist aber beim Lesen eigentlich nicht so kompliziert?

00:25:05: Nee,

00:25:05: gar nicht.

00:25:06: Oder

00:25:06: wie fandest du es?

00:25:07: Also ich finde man kommt gut mit!

00:25:12: Ich finde auch, das ist so... weißt du?

00:25:14: Du hast ja jetzt auch gesagt am Anfang als diese erste Cut kommt und diese metafiktionale Ebene eingezogen wird.

00:25:23: Und man ist dann irgendwie so gespannt, how are you gonna pull this off!

00:25:27: Und ich finde auch was du so absurd gesagt hast, und es stimmt.

00:25:32: aber auf eine Art sind alle diese Wendungen, die das Buch nimmt auch superrealistisch.

00:25:37: Also vielleicht noch mal so ein Beispiel dieser Story mit den Junggesellen.

00:25:42: Das ist dann okay, sie kommen drauf der Krieg ist da und dann sind die schon fast an der an der Grenze, an der westlichen Grenze und bleiben stehen machen die Tür auf uns sagen so alle raus es ist Krieg und so.

00:25:56: Und die Junggesell Wir wollen unser Geld zurück.

00:26:00: Was soll der Scheiß?

00:26:00: Die glauben halt immer noch, weil die wurden da so reingeloggt mit so einem Schim.

00:26:04: Das ist jetzt so die ganz exklusive Tour und es gibt einen Wald fest!

00:26:09: Mit so

00:26:10: jung-freulichen erdverbundenen Ukrainerinnen.

00:26:16: Und dann ist so, nee das ist Bullshit und interessanterweise gibt es dann eine Figur die halt auch so ein bisschen so Verschwörungstheorem ist.

00:26:24: Ich sag ne, dass alles nur Scam.

00:26:26: Das stimmt alles überhaupt nicht!

00:26:28: Und das ist dann genau wiederum und deswegen sind sie dann so wir gehen hier nicht raus.

00:26:31: Die gehen dann wieder in das Wohnmobil zurück weil natürlich denkt man sich so warum nicht nur fahren die da wieder in Osten sondern nehmen diese ganzen Typen mit ja?

00:26:40: So wie schaffen die das?

00:26:41: Und die rebellieren ja dann auch zwischendrin.

00:26:43: Die wehren sich dann ja auch her.

00:26:45: aber das Ding dadurch und das finde ich total, weiß es ist natürlich absurd.

00:26:49: Aber es ist super plausibel!

00:26:51: Und dann auch in dieser Situation wo's sozusagen diese Konfrontation gibt mit diesen russischen Soldaten der Typ der da erschossen wird, der Junggeselle, der ist ihm auch wieder so, dass ist doch alles ein Witz, das is' alles ne Show und geht dann dahin und sagt zu hey was willst du so?

00:27:09: Der russische Soldat erschießt ihn halt ja und der Witz Doppelt quasi.

00:27:14: Weil natürlich danach kommt wirklich diese russische Filmcrew, die so ein Propaganda-Film macht darüber wie froh die Ukrainerinnen sind dass sie Russen da einmarschieren und sie endlich befreien.

00:27:27: Also es hat immer wieder diese Wendungen, die aber finde ich nicht nur innerhalb des Buchs total plausibel sind sondern auch innerhalb einfach unserer Gegenwart oder unsere Realität.

00:27:40: also das ist halt so ein Typ Der so eine Tour macht, der auch so irgendwie Influencer und Start-up.

00:27:46: Und was das Ichmas macht?

00:27:48: Dass der dann so voll... Nee ich glaub den Schei... Weißt du es ist ein bisschen Verschwörungstheorie mäßig.

00:27:52: Das ist doch alles ein Witz, ja!

00:27:53: So.

00:27:54: Das is ja voll plausibel.

00:27:56: Und gleichzeitig ist es plausibel aber trotzdem absurd.

00:27:59: Und das finde ich schon so ne Kunst.

00:28:01: und wie Du sagste dieses Allein beim Lesen hatte ich so oft einen Moment von, oh mein Gott!

00:28:09: Was für eine gute Idee.

00:28:11: Also wie gut, was für einfallsreich.

00:28:14: Ich finde auch manchmal diese metafikzionalen Sachen denkt man sich so okay du hast halt einfach irgendwie keine andere Idee gehabt und dann hast du das rein gemacht zu.

00:28:23: aber da finde Es ist alles so stimmig und es ist zwar absurd, aber nie random.

00:28:30: Oder dass man sich denkt zu haben, was soll denn der scheiß?

00:28:32: Aber das ist so okay!

00:28:35: Mein Gott wie geil!

00:28:38: Geil ist unter Anführungszeichen.

00:28:40: Genial!

00:28:41: Ja, ich find's total interessant dass du dieses Thema von sozusagen Realistisch- oder Plausibilität und Absurdität irgendwie aufmachst weil... Ich weiß nicht ob du auch den Review im Times Literary Supplement gelesen hast?

00:28:52: Nee.

00:28:52: Und das ist ganz interessant, ich kann gleich mal den ersten Absatz vorlesen, weil ich mach' es ja selten im Podcast, dass ich... Oder wir heben uns die Bewertung immer bis sehr zum Ende auf.

00:29:01: aber ich muss jetzt kurz mal sagen, dass sich das Buch krass gut fand und krass geil fand.

00:29:06: Und dann habe ich eben diese Book Review im Times Literary Supplement gelesen und dachte jetzt, dachte kurz das es eine Kritik ist in der negative Kritik sein würde.

00:29:15: Und war so hey!

00:29:16: Und dann hab' ich aber gemerkt ne', es ist doch positiv gemeint und ich lese dir jetzt mal vor und es hat auch was mit diesen Plausibilitätsdingen zu tun.

00:29:22: Ich lese kurz vor imagine you are an emigre author writing a novel about corrupt practice in your home country specifically the marriage tourism industry that brings men from west to meet native brides.

00:29:33: You depict the Tourism as a kind of invasion but then there actually is an invasion and your country isn't a terrifying existential war.

00:29:58: Das fand ich interessant, dass sie halt so sagt.

00:30:00: Weil ich dachte das ist eine Kritik sozusagen der Plot und Charakter implausible.

00:30:06: Ich war so, hey!

00:30:07: Don't you dare critique.

00:30:08: Und dann sagt sie aber just as it happens in reality und das fand ich eben auch total interessant wie du jetzt auch sagst dass dieser Roman eigentlich total viele krasse und auch crazy Sachen hat absurde Sachen wo du bist ja klar und beim zweiten Duber nachdenken ist es aber genauso wie diese Dinge auch in der Realität sind.

00:30:28: also Krieg Nicht plausibel und nicht ... Weißt du, es hat keinen Sinn.

00:30:33: Und das passiert auch den Leuten, die da irgendwie reingezogen werden.

00:30:35: halt überraschend.

00:30:36: und so hey wie zur Hölle ne?

00:30:38: Das gibt kein sozusagen Grund oder Rationalität warum ich jetzt in diesen Krieg reingezogen werde.

00:30:44: Und auch dieses mit der Heiratsvermittlung ist ja auch was, was in Wirklichkeit existiert und man ... Es ist trotzdem total absurd so.

00:30:51: Ja.

00:30:52: – Und das finde ich eben interessant also ganz das Buch sozusagen isso mega mutig indem das so Out there, verrückte Sachen passieren.

00:31:00: Und gleichzeitig sind das lauter Sachen, die in der Realität auch passieren und deswegen kann man das nicht als Vorwurf machen sozusagen ja ist ein bisschen an den Haaren herbeigezogen weil genau das ist der Punkt dass die Realität und so was wie Kriege halt oft Sachen sind die an den haaren her beigezogen sind und keinen Sinn ergeben.

00:31:14: also das fand ich irgendwie cool dass du das jetzt auch angesprochen hast und ich dachte eben wie gesagt diese Rezension das kritisiert und dann war ich so und hat sie aber nicht.

00:31:23: es ging genau da.

00:31:25: Ja, und ich finde auch also was du bei der Stelle die du vorgelesen hast wo sie sich zum ersten mal einschaltet und mit ihrem Agenten so in Interaktion ist ja.

00:31:37: Und dann so sagt es gibt halt so zwei Tropen oder Klischees über die Ukraine, der Heiratsmarkt und eben dieses feministische ... also diese feministische Ding.

00:31:47: Und das ist ja auch lustig weil es sind natürlich Tropen, aber es ist halt eben auch eine Realität.

00:31:53: Also das ist einfach so!

00:31:54: Ich finde das natürlich in diesem Buch aufzugreifen Und dann auch zu claschen lassen mit dem, oder fand ich, das fand ich sehr lustig muss ich sagen.

00:32:08: Dass sie dann auch und ich kann mir vorstellen dass sie da auch wirklich so Websites von diesen Heiratsvermittlungsagenturen sich angeschaut hat

00:32:18: die

00:32:18: total damit werben Ah!

00:32:21: Die ukrainische Frau ist nicht so vom Feminismus verdorben wie die westliche Frau Bescheiden und lieb, nicht so aggressiv.

00:32:32: Und die will keine eigene Karriere... Also allein dieses Zusammenzubringen von dieser Story, von der Mutter der beiden Schwestern und diesen Heiratsvermittlerinnen.

00:32:44: Und die Mutter kämpft ja dann auch immer wieder gegen diese Heiratz-Vermittlungsstörter.

00:32:48: Immer wieder auch so Events und so... Das ist so klug weil das halt so ad absurdum führt ohne dass man jetzt sagen müsste was sich westliche Männer vorstellen wie ukrainische Frauen sind oder so und natürlich in dem dass jetzt zum Beispiel so jemand wie Eva, die hat natürlich so voll ihr eigenes ihre eigene Agenda da und eben hat ja voll ihren eigenen Willen.

00:33:12: Und es ist ja es scheint ja so als ob da niemand von den Frauen, die bei diesen Events teilnehmen wirklich ein Interesse daran hat diese Männer kennenzulernen.

00:33:22: Ja?

00:33:22: Und ich finde das ist so ohne dass das einfach indem's das erzählt und in dem dieses Szenen aufmacht Führt sich das schon absurdum.

00:33:32: Also es gibt da zumindest keinen Meterkommentar darüber, wie idiotisch eigentlich oder wie scheiße auch dieser Heiratsmarkt ist ja?

00:33:41: Oder wie scheisse eben dann so diese eine Anführungszeichen-Invasion von westlichen Junggesellen ist.

00:33:46: Sondern dass nur durch das, wie das erzählt wird und wieder die Figuren jeweils ihre eigenen Agendas haben finde ich das total gut gemacht.

00:33:57: Wobei... Also vielleicht willst du noch was dazu sagen, aber ich würde auch gerne mit dir tatsächlich über Pasha reden.

00:34:04: Da hab' ich nämlich zu... Da hab ich so ein paar Fragezeichen, aber genau.

00:34:09: Vielleicht bist du ja auch noch was... Ich hatte den Eindruck, du wirst gerade noch etwas sagen zu dem Heiratsmarkt und Filmenfeminismus?

00:34:16: Nee eigentlich nicht!

00:34:16: Ich wollte dich da fast fragen, weil auch das, was ich vorher vorgelesen habe in diesem ersten Metafiktionalen, dieser metafiktionalen Zäsuern im ersten Kapitel wo die Autorin in der Ich-Perspektive spricht als sie selbst oder vielleicht auch kurz Ich weiß nicht, ob jetzt alle Literaturwissenschaft studiert haben.

00:34:31: Wenn wir immer Metafiktion sagen ... Es ist im Prinzip so.

00:34:34: der Effekt oder die Tatsache, dass ein literarischer Text seinen eigenen fiktionalen Charakter ganz bewusst thematisiert und quasi darauf aufmerksam macht auf eine selbstreflexive Art.

00:34:47: Dass das hier nicht die Wirklichkeit ist, sondern dass es eben einen Text ist, der gemacht ist, künstlich ist, erfunden ist und damit spielt.

00:34:54: Nur um's kurz erzählt zu haben, weiß vielleicht ja nicht jeder.

00:34:57: Da hab ich auch vorgelesen Da habe ich ein bisschen kurz an dich gedacht beim Lesen und hab so gemacht.

00:35:04: Weil sie da ja sozusagen ganz explizit sagt, was ist jetzt hier der Aufhänger oder der Grund meines Schreibens?

00:35:10: Sozusagen ihren Plan für den Roman so bisschen exposéartig zusammenfasst.

00:35:17: Und das ist ja etwas, was gerade du aber wir beide auch häufig kritisieren mit diesem ... Showing anstatt Telling, also das sagen wir immer.

00:35:23: Wir wollen es nicht sozusagen ausbuchstabiert haben.

00:35:26: Hallo Lisa ich mache jetzt das hier so mit euch damit hier das und dass passiert Und gleichzeitig fand ich das aber in diesem Text überhaupt nicht problematisch.

00:35:36: oder Das hat für mich und ich kann noch nicht ganz Ausklamüsern warum das für mich hier so viel Sinn ergeben hat und So gut gepasst hat obwohl das ja eigentlich was ist was mich stört.

00:35:46: Ich glaube das hat damit zu tun dass es eben so intenzional ist und so stark gemacht wird diese Stimme der Autorin.

00:35:53: Und ihre Rolle auch in dem Roman, dass es sich am Ende schlüssig gefügt hat und das eben keinen wie es manchmal ist wenn sie eine Figur dann ich denke da an sowas Ich sag's nicht, ich sag keine Negativbeispiele.

00:36:10: Aber das ist eine Figur halt vermeintlich in einer sozialen Situation die eigentlich da gar nicht darum geht dann plötzlich sozusagen erklärt was was die Moral der Geschichte ist und es total so aufoktreiert künstlich ist.

00:36:23: und in dieser Situation hier ist es so überspitzt künstlig dass es halt wieder funktioniert.

00:36:30: also ich finde es interessant dass du das ansprichst weil ich muss sagen Ich finde diesen Bruch und diese Metafiktion total stimmig und notwendig.

00:36:43: Muss aber gleichzeitig auch sagen, dass es für mich hart an der Grenze war zu... zu kippen in sowas so, das ist mir jetzt ein bisschen too much.

00:36:55: Weil ich finde es hat schon... Ja genau!

00:36:57: Es hat ja schon manchmal, du hast ja schon diese Dankssagung erwähnt und dass das dann aufhört und dann kommt auch

00:37:03: so einen Teil,

00:37:04: so eine E-Mail Korrespondenz?

00:37:07: Und dann kommt also auch so ein Teil wo's irgendwie wie so protokollartig jeweils und Souls Diskussion und da kommt noch Verfasserin und also Autorin.

00:37:21: Und eine Instanz, die die Jurtenmacher heißt zu.

00:37:25: und ich muss sagen für mich wenn das zu sehr du hast ja gesagt es wechselt sich nicht die ganze Zeit ab ist kommt so ein paar mal und dann aber so mindestens das letzte Drittel Kommt es fast gar nicht mehr vor und dann kommt eben sozusagen die Autorinnen als ihre als die Figur der Inhaberin der Heiratsvermittlung genau.

00:37:44: und Ich muss sagen mehr hätte es für mich nicht sein dürfen, weil ich finde das ist dann so ein bisschen... Also es ist schon hart an der Grenze und eben auch so hart in der Grenzen zu.

00:37:54: Ich finde manchmal haben solche metafikzionalen Elemente oder wenn dann so'n Bruch isst, auch in der Erzählform, Mir ist es gerade so eingefallen.

00:38:05: Ich dachte, das wäre eine gute Idee und dann habe ich sie einfach mal reingemacht.

00:38:08: Und die Stärke ist, dass wir wirklich das letzte Drittel wieder komplett in dieser fiktionalen Welt sind und da nur mehr diese Einfaltung gibt über die Figur.

00:38:21: Es aber eben nicht mehr so viel.

00:38:23: dann diese Unterbrechung gibt wo wir Textteile haben, die wirklich außerhalb des Erzählens sind.

00:38:29: Also weißte?

00:38:29: Ich finde es voll legitim Und ich kann es auch voll gut nachvollziehen, diese Frage die die Autorin hat.

00:38:38: Ja also wie jetzt das noch schreiben so?

00:38:40: Aber ich finde das was man dann dazu sagen kann Ist dann auch, also es gibt dann so in dieser E-Mail-Korrespondenz geht's um Humor und die Frage kann man so humorvoll über diesen Krieg sprechen.

00:38:53: Was ja auch so ein bisschen... Es liest sich schon wie eine Rechtfertigung, warum diese Oman eben auch etwas absurd ist und warum?

00:38:59: die Autoren finden dazu?

00:39:00: Aber für mich persönlich Ist das Buch, dass du schreibst die Rechtfertigung dafür?

00:39:06: Und ich finde hier ist dieses Buch ein hundert Prozent der Rechtfertigungen dafür.

00:39:11: Dass du als Autorin angesichts dieser Kriegsituation weiterschreibst und dieses alles was dann darum gesagt wird.

00:39:18: also dann geht es ja auch so darum.

00:39:20: vorher hat sich kein Mensch für sie interessiert bisschen übertrieben.

00:39:23: Also vorher hatte sie zwar so ein bisschen Erfolg, aber es war jetzt auch nicht so das Ding.

00:39:26: und jetzt seit der Invasion ist die Gefragte Autorin und alle wollen irgendwelche Pieces von ihr.

00:39:31: Alle erwarten ihren Romanen.

00:39:33: also auch die Frage wäre dieser Roman so erfolgreich gewesen wenn's diesen Krieg nicht gegeben hätte?

00:39:37: ja?

00:39:38: Und das sind ja weißt du das ist alles so legit.

00:39:40: aber da finde ich kann man auch jetzt Zwei Hundertzeiten drüber lesen oder es gibt wenig Sachen, die man da sagen kann finde ich.

00:39:48: Die jetzt nicht schon gesagt würden.

00:39:50: und ich finde am Ende für mich persönlich rechtfertigt immer das Kunstwerk diese moralischen Fragen weil's dann eben eine Stärke entwickelt, die auch nur das Kunstwerke entwickeln kann, die eben nicht... Ich will jetzt nicht sagen dass ne gute ethische analytische Abhandlung über warum schreiben in Zeiten des Krieges, dass es nicht auch seine Berechtigung hat.

00:40:14: Aber ich finde das Kunstwerk macht eben ... oder ein Buch macht eben was?

00:40:18: Ein Fiktionalsbuch,

00:40:20: was

00:40:20: keinen Kunstwerk ... äh, was kein so'n Essay machen kann und... Ich bin dann so ein bisschen so wenn ich einen Essay hätte lesen wollen, hätt ich den Essay gelesen ja.

00:40:28: Wobei ich ehrlich gesagt diesen Text von ihr über Witz im Zeiten des Kriges hätte ich auch gerne gelesen aber der wurde wohl nicht veröffentlicht!

00:40:36: Ja Ja, ich will ganz viele Sachen dazu sagen.

00:40:38: zu dem was du gesagt hast.

00:40:40: Weil du hast am Anfang gesagt so... Du fandest dass das diese metafikzionalen Elemente so hätten nicht mehr sein dürfen.

00:40:46: es war so hart an der Grenze und ich glaube es hätte aber auch nicht weniger sein dürfen.

00:40:50: also das wäre so.

00:40:50: mein Argument ist genau die perfekte Menge weil du kannst nicht halbherzig...

00:40:55: Ja!

00:40:56: ...mentorfictional werden.

00:40:57: So du musst da schon reinhauen und du musst es auf eine Art so ein bisschen knappnicht übertreiben.

00:41:04: Das ist meiner Meinung nach die perfekte Menge, weil sonst wär's sozusagen nicht überzeugend genug.

00:41:09: Und ich finde auch zu so nem metafikzionalen Ding gerade wo du selber dann noch als Figur und Autorin so eine Erscheinung trittst jetzt als Schriftlerin ... Ich find da gehört auch richtig Mut dazu?

00:41:18: Ja!

00:41:19: Und wenn du das zu zögerlich machst... Weil ich finde, dass dieses metafiktionale Schreiben vielleicht, ich kenne da jetzt auch nicht so viel.

00:41:26: aber für mich hat es ne sehr männliche ...

00:41:28: Ja

00:41:28: absolut ja!

00:41:29: Das ist ja so Pinschen oder so Das ist so ein bisschen du-dick auch.

00:41:34: Ja,

00:41:35: und das ... Genau, genau!

00:41:37: Und ich bin da jetzt... Ich hab alles... Wisst ihr schon?

00:41:39: Dass ihr hier einen fiktionalen Text liest, Dummarschen, die jetzt hier die Geschichte glauben.

00:41:43: Ich mach hier der Marionettenspieler mit euch als so eine Figur in einen Roman reinzufallen.

00:41:50: Da musst du richtig... Du musst dich da als Geiste überhaupt zu stilisieren.

00:41:55: Du kannst es nicht vorsichtig oder zögerlich oder zu wenig machen.

00:41:58: Das fand ich deswegen voll notwendig.

00:42:01: Und aus dem zweiten Grund auch noch, dass ich auch finde ... an den Punkt wo es sozusagen unterbricht.

00:42:06: Da bist du ja als Leserin richtig drin und du bist richtig gespannt wie's weitergeht.

00:42:10: Wie ist jetzt dieses Kidnapping?

00:42:11: Du hast richtig Bock eigentlich auf den Plot.

00:42:14: Stimmt!

00:42:14: Ich war

00:42:15: erst mal so enttäuscht.

00:42:16: Oh nee, um jetzt die und um jetzt wirds hier kompliziert.

00:42:22: Absolut!

00:42:23: Und dann ist das, finde ich, auch notwendig, dass das eine gewisse Zeit lang nervt.

00:42:28: Ja, dass

00:42:30: es ein Bruch ist.

00:42:30: Und du musst richtig genervt sein so wie auch einen Krieg.

00:42:33: ... so ein Bruch ist.

00:42:34: Weißt du, der passiert nie da, wenn's dir passt?

00:42:37: Und das war aus Effektgründen

00:42:40: auch wichtig deshalb.

00:42:41: Ich fand es einfach wie du sagst... Es hat genervt dann auf eine Art aber das war auch dann wichtig und dann war es zum Glück aber auch wieder vorbei und man konnte in der Geschichte weitergehen ohne dass aber dieses Metafaktionale dann irgendwie komplett wieder in Vergessenheit geraten ist.

00:42:51: Das kam dann noch rein.

00:42:53: So und wart ihr das zweite was du gesagt hast?

00:42:55: Ja ja diese Problematisierung wie über Kriegschreiben und so.

00:43:00: Ich glaube ich is'n bisschen komplizierter als du das jetzt dargestellt hast, weil sie ist ja nicht eine Autorin die selber ... Das ist auch ihre Kritik.

00:43:09: Sie ist keine Autorinnen oder ihr Problem, ihr moralisches.

00:43:14: Ersterhand betroffen von diesem Krieg, sondern sie ist noch dazu in der Diaspora.

00:43:19: Wird dann aber weil es jetzt gerade sozusagen geopolitisch interessant ist angefragt von so einer Publishing-Industrie die dann denken abperfekt da haben wir ja die eine Ukrainerin.

00:43:27: kannst du uns mal ein Text schreiben hier der sollte aber schon emotional sein und auch ne?

00:43:31: Und dann schreibt sie halt über Humor und dann sind die so nie das passt uns nicht.

00:43:34: kannst du nicht wirklich über deinen Schmerz bitte für uns schreiben und gleichzeitig ist sie aber hat sie den Schmerzen Entfernung.

00:43:41: Und das fand ich dann schon irgendwie interessant, aber wie du sagst ja es hätte auch ein Essay sein können, aber es hat trotzdem für mich an der Stelle total gut gepasst und Sachen sehr passend problematisiert.

00:43:51: Ich will vielleicht mal den Gang wechseln und noch was ganz anderes besprechen und dich auf vor allem fragen weil was ich auch noch gar nicht angesprochen hatte wir haben ja auch einen auf eine Art queeres Buch oder eine queere Hauptfigur Und ich hab noch nie was mit einer hausexuellen Figur gelesen.

00:44:13: Ich weiß nicht, ob du's hast.

00:44:14: Also zumindest nicht so explizit oder dass es halt auch Thema wurde?

00:44:19: Es ist nämlich auch so ... Wir haben sozusagen einen Plottstrang gar nicht angesprochen, das je war auch ... Genau also erstens von ihrer Mutter stark genötigt wird doch endlich mal zu heiraten, was sich natürlich wieder in dieser Heiratsvermittlungsplotline spiegelt.

00:44:34: Fand ich übrigens auch ein schreiend lustiger

00:44:37: Ehr!

00:44:37: Szenen, so zu

00:44:39: sagen.

00:44:39: Der Krieg bricht aus und die Mutter ruft an wie man das natürlich immer macht wenn irgendeine krasse Katastrophe passiert.

00:44:44: Man ruft erst mal seine Leute an, die man liebt und sagt du bist in Ordnung?

00:44:47: Die Mutter fragt aber nicht geht es dir gut sondern sie sagt ja jeweils jetzt ist ja Krieg also dir schon klar dann werden viele Männer sterben.

00:44:54: also umso wichtiger dass du dir jetzt bald mal einen suchst weil wir werden immer knapper jetzt und das war wirklich so schwarzer Humor.

00:45:02: Auf jeden Fall hat sie auch einen befreundeten Schneckenforscher, mit dem Sie immer wieder im Kontakt ist.

00:45:07: Der in Alaska glaube ich wohnt?

00:45:08: Nee, in Hawaii.

00:45:09: In Hawaii genau!

00:45:10: Das

00:45:10: ist nämlich der Real-Schneckenforscher auf dem dieser Artikel erzielte von dem

00:45:16: Ja.

00:45:16: und die sind immer wieder in Kontakt und verstehen sich auch super und daraus hat sich eben auch eine Art Beziehung oder zumindest ein Interesse seinerseits entwickelt.

00:45:23: und sie möchte das nicht weil sie halt sagt nee sie möchte mit jemandem schlafen zusammen sein Und dann haben wir gleichzeitig halt auch diese Endling-Sache, die es ja auch sozusagen Wesen sind.

00:45:35: Die sich nicht fortpflanzen wollen.

00:45:37: und ich habe mich einfach so ein bisschen gefragt was hast du damit gemacht mit dieser Thematik?

00:45:41: Ich bin mir nicht sicher!

00:45:43: Ich hab die so total gerne gelesen und habe das auch gesehen.

00:45:46: Ah ja, wir haben Endling und Lefty der sich nicht fortpflanzt oder beziehungsweise wir suchen eben eine Geschlechtspartnerin.

00:45:52: Wir wissen aber überhaupt gar nicht ob er die dann annimmt und ob er sozusagen die Spezies hier perpetuieren kann.

00:45:57: Wir haben ihre Heiratsvermittlung, wir ham jeweilige, die nicht heiraten will, die auch nicht daten und so... Und da war ich so, aha, das ist da überall!

00:46:05: Aber ich wusste dann am Ende nicht was ich damit genau anfange wie es zusammenbringe.

00:46:10: Du?

00:46:11: Und auch natürlich Krieg als sozusagen potenzielle Annihilation, Tötung von Menschen.

00:46:23: Ich muss ganz ehrlich sagen ich war so mit dieser Geschichte von jeweils asexuell.

00:46:30: Es war so ja... Das wäre doch der Clou, wenn da eine quasi Figur dabei ist die nicht nur kein Interesse hat da einen potenziellen Ehemann zu finden.

00:46:44: Weiß ich andere Interessen verfolgt sondern die einfach generell gar keinen Interesse hatte.

00:46:48: und klar ist es so ein bisschen dieses ausgerechnet sie ist dann die die versucht eben andere vom Aussterben zu bewahren.

00:46:58: Ich find's vielleicht zu insofern konsequent, weil Maria Reva hat auch in einem Interview gesagt ... Also, keine Ahnung.

00:47:05: Sie hat gemeint was sie auf alle Fälle nicht wollte ist eben diese Story eine Liebe-Story erzielen.

00:47:11: also das dann doch und es wird ja schon im Roman ein paar Mal immer wieder so in den Raum gestellt.

00:47:17: einerseits eben dieses Story zwischen Jeva und diesem Schneckenforscher auf Hawaii aber dann auch Pasha der ständig irgendwie auf die Suche ist und dann ja so ne Zeit lang denkt Ah, jetzt wird er sich in Sol oder Nastia verlieben.

00:47:30: So der immer so seine Ding und das finde ich irgendwie so konsequent zu dieses Nee.

00:47:34: also sie verweigert ja wirklich diese Liebe diesen Liebesplottkonsequenz ohne aber Also es ist auch nicht so als ob der nicht irgendwie im Raum stünde die ganze Zeit.

00:47:44: Ja und vor dem Hintergrund habe Ich jetzt so das gelesen Franz Aber auch jetzt so.

00:47:49: also weißte ich glaube wenn je war einfach so gewesen wäre ich habe einfach keinen Bock oder keinen Bock auf euch, oder mir geht es gerade um was anderes.

00:47:58: Ich fand das jetzt gar nicht so zentral, sag' ich mal und das geht ja auch dann im Endeffekt in den Hintergrund.

00:48:06: Was aber vielleicht schon nochmal interessant ist diese Frage der... ...was dann zwischen den Dreien passiert?

00:48:15: Also zwischen Jevasol und Nastia.

00:48:18: weil also Am Anfang, als die sich kennenlernen ist es ja so dass jeva eigentlich das aufgegeben hat.

00:48:25: Die hat ja irgendwie das Gefühl gehabt Es geht einfach nicht mehr Ich kann den nicht retten Das wird alles untergehen Die hatte auch alle Schnecken, die sie dann zerstört und ist eigentlich kurz davor Selbstmord zu begehen.

00:48:39: Und dann kommt sozusagen Nastia zu ihr legt ihr diesen Plan vor.

00:48:45: Also da ist es interessanterweise, da wäre ja schon dieses Moment gewesen von okay Jever is auch ein Endling also sie und nicht nur einen Endling sondern sie bringt sich um Sie gibt das auf!

00:48:55: Sie gibt auch diese Suche auf oder diese Rettungsaktion Und dann kommt zu dieser Spark sage ich mal weil's ist wirklich so dass jeweils am Anfang genervt von Nastia So war ich früher auch, weißt du so?

00:49:09: Du brennst für was.

00:49:10: Du willst was versuchen.

00:49:12: Du hast noch die Hoffnung to make a difference zu und das sparkt sie dann eigentlich wieder selber in diese Handlung zu kommen.

00:49:20: Ich sag mal, das Ende stellt ja wirklich glaube ich diese Dreierkonstellation eigentlich so sehr stark in den Vordergrund und auch im Quest von Nastia und Sol ihre Mutter zu finden oder die Anerkennung der Mutter zu kriegen.

00:49:35: Da gibt es dann auch nochmal einen Turn und das finde ich schon

00:49:38: so

00:49:38: stark.

00:49:39: dass ist dann irgendwie... Ja, um diese Dreierkonstellation dieser Frauen geht.

00:49:45: Um so eine Solidarität, um ein gemeinsames Handeln und selbst im Angesicht von so einer Aussichtslosigkeit?

00:49:52: Ich habe glaube ich deine Frage überhaupt nicht beantwortet sondern da so frei assoziiert.

00:49:55: aber das waren so finde ich die... ja was ich mir da irgendwie so erschlossen hab.

00:50:00: Und ich meine es hätte auch so einen Plot sein können dass Jever und Nastya oder Sol sich verlieben.

00:50:07: Aber das ist es ja auch nicht.

00:50:09: Also, was ich noch mal um nochmal einmal zurückzukommen zu diesem Asexualitätsthema.

00:50:14: Was für mich schon sich glaube ich wenn man dann darauf achtet sehr durchgezogen hat in verschiedenen Subplots des Buchs, was ich daran halt noch ganz interessant fand und auch mir ein bisschen Gedanken drüber gemacht habe.

00:50:27: Im Abgleich mit so einer Kriegsthematik beziehungsweise ging es ja schon in dieser Auseinandersetzung der russischen Soldaten aber auch dieser Leute die diesen russischem Propagandafilm da drehen.

00:50:42: Da ging's ja zum Teil um das ukrainische Volk also um so völkische Ideen von wegen wer soll weiter existieren und wer nicht?

00:50:50: Und was ich da halt interessant finde, dass halt so queerness ist ja also in der Theorie oft so gelesen wird als eigentlich so Gegensatz zu einer Futurität im Sinne von kann nicht reproduzieren, kann keine Kinder bekommen entsprechend.

00:51:03: Wenn man an Zukunft denkt dann geht es um heterosexuelle Fortpflanzung und die Figur dieses Kindes

00:51:10: usw.,

00:51:11: wenn du eine asexuelle Ukrainerin hast sozusagen ist das Gegenteil davon.

00:51:15: sie wird nicht des ukrainischen Volk weiter produzieren Und gleichzeitig ist sie aber die Person, die sich um den Fortbestand von Spezien, also von Schnecken kümmert.

00:51:25: Weißt du?

00:51:25: Ich meine das fand ich da eigentlich schon total interessant aufgegriffen und schon glaube ich an mehr Stellen, die ich jetzt vielleicht auch noch aufzählen kann.

00:51:32: Also falls jemand noch ein Seminararbeitsthema sucht, aber doch an mehr Stelle in diesem Roman aufgegriffem als man vielleicht denken würde oder als man so ganz augenscheinlich is'.

00:51:41: Ja ja und was sie ja auch ist und diese Schneckenforsche auch sind ja so Witnesses.

00:51:48: Also die verzeichnen ja auch immer schicken sich gegenseitig so Uhrzeiten zu, um zu dokumentieren wann diese Spezien aussterben.

00:51:58: Und das ist ja schon auch so.

00:52:00: diese Frage der Zeuginnenschaft also lässt sich auch wieder rückspiegeln auf die Autor.

00:52:07: Autorin ja also so dieses was kannst du als autoren machen zumindest sozusagen bear witness wer so eine der möglichkeiten die man machen könnte aber ich sehe das voll auch was du sagst oder so diese vielleicht diese reibung auch darin oder dieses widersprüchliche sie selber will nicht reproduzieren Und versucht dann diese Spezien zum Reproduzieren zu bringen.

00:52:32: Also ich meine, man kann ja auch sagen sie macht ja auch so eine Art Heiratsvermittlung.

00:52:38: Deswegen ist sie doch ja dann auch am Ende.

00:52:41: Maria Reva Mascha is' ja die Besitzerin der Heiratseigentur weil sie Leute vermittelt und das ist hier schon die ganze Zeit eigentlich mit den Schnecken gewesen.

00:52:47: Checkst du?

00:52:48: Ja,

00:52:49: ich check.

00:52:51: Ich glaube bevor wir zu uns wahrscheinlich sehr absehbaren Bewertungen kommen soll man noch sagen was mal nächstes Mal besprechen?

00:53:01: Ja, magst du es sagen oder soll es ich sagen?

00:53:04: Als Nächstes lesen wir mal wieder etwas auf Deutsch Und zwar von Eminencef G. Östermann die Brücke vom goldenen Horn, bin schon ganz gespannt.

00:53:13: Ein bisschen ein Klassiker also nicht ganz so klassiker aber bisschen klassiker

00:53:17: von Anfang der Neunziger.

00:53:20: Ja Fabio ich habe mich ja schon ein bisschen offenbart?

00:53:25: Ich auch!

00:53:28: Ich glaube... Also ich... Eins,

00:53:31: zwei,

00:53:32: drei,

00:53:32: fünf Sterne.

00:53:33: Achso

00:53:34: nee!

00:53:34: Vier Komma Acht hätte ich jetzt.

00:53:35: Ich mache schon so einen ganz kleinen Abzug für ein bisschen too much Metafaktion.

00:53:42: Meta?

00:53:43: Nee, ich nicht.

00:53:43: Ne also auf alle Fälle ein tolles Buch.

00:53:46: Nein eigentlich auch nicht.

00:53:46: Fünf.

00:53:48: Yes!

00:53:49: Ich finde auch, ich leg mich Festbuch des Jahres für mich Mega mutig, mega außergewöhnlich mal ganz anders.

00:53:56: Mega lustig auch.

00:53:57: Kompliziert in genau dem richtigen

00:53:59: Maße.

00:54:01: Sein Kitzelt finde ich ein bisschen das Gehirn beim Lesen weil man so denken muss oh da muss sie nochmal verfolgen wie kommt das noch mal rein?

00:54:09: Es ist ein bisschen Denksport aber auf eine trotzdem sehr schön lesbare und spannende interessante Art.

00:54:15: also empfehle es wirklich Cool!

00:54:18: Und wir haben auch noch nicht alles erzählt.

00:54:19: Ja, ja... Es ist doch ein bisschen zu übergehalten mit den Spoilern.

00:54:22: Das heißt wenn ihr es jetzt... gehört habt, aber noch nicht gelesen.

00:54:24: Es lohnt sich trotzdem.

00:54:25: Ja voll!

00:54:26: Es gibt noch viele Sachen.

00:54:27: Jetzt seid ihr vorbereitet auf.

00:54:29: Wobei ich finde genau wie du gesagt hast ist es schon dieser Effekt wenn man so mitten drin ist und auf einmal kommt dieser Bruch und du hast nicht damit gerechnet der ist schon krass denn hat man jetzt natürlich nicht mehr wenn wir unsere Folge gehört haben.

00:54:43: Aber ich war auch in England in einem Buchladen gekauft und hat mich der Buchhändler angesprochen ja ob ich da schon mal was drüber gehört habe und ich so ja schon deswegen kaufe ich also ich hab's jetzt nicht einfach gekauft weil Ich hab dann gefragt, soll ich's nicht kaufen?

00:54:58: Es ist gut.

00:55:00: Aber es ist schon ... Also prepare yourself so.

00:55:02: Ist das schon crazy?

00:55:03: Hab ich gesagt, okay, aber gut-crazy.

00:55:05: Ja

00:55:05: ja, voll cool!

00:55:07: Aber es war schwierig und ich weiß immer nicht, was bin ich für eine Leserin.

00:55:10: Ich kann mit ein bisschen schwieriger umgehen.

00:55:13: Gut, Nene, ist schon gut.

00:55:15: Und deshalb war ich auch schon geprimt.

00:55:18: War beim Lesen, als dieser normale Plot kam.

00:55:22: Moment mal, wann willst du nicht so

00:55:23: klatschen?

00:55:24: Auch nicht so heirat zwar mit dem Soße ein bisschen.

00:55:26: Ja aber genau das habe ich war schon darauf bisschen drauf vorbereitet.

00:55:30: Ah!

00:55:31: Good cheese.

00:55:33: Okay.

00:55:34: Ja, pleasure doing business with you und danke dass du mich das entdecken hast lassen.

00:55:40: Wanderful.

00:55:41: Ja okay, mach's gut.

00:55:44: Ciao.

00:55:47: Ich lese was was du auch liest der Buch Podcast.

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