The Chronology of Water von Lidia Yuknavitch
Shownotes
Buch
Yuknavitch, Lidia: The Chronology of Water. Hawthorne Books 2011. Yuknavitch, Lidia: The Chronology of Water. Hawthorne Books 2011.
Musik
Music from https://filmmusic.io "Carefree" by Kevin MacLeod (https://incompetech.com)) License: CC BY (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/))
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00:00:01: Ich glaube, du musst dich schon so hinsetzen dass wir Arschbacke an Arschbakke sind damit
00:00:04: wir da so... Backe?
00:00:06: Nein reden.
00:00:52: Das ist eine kleine Änderung von sonst immer nur digital.
00:00:57: Jede vor ihrem Rechner und jetzt vor einem Mikro versammelt, weil ich nämlich die Zeit im Mikro vergessen habe.
00:01:08: Wir können auch die ganze Folge so zusammen sprechen...
00:01:12: Hallo!
00:01:16: In der Grundschule bei einem Referat hat man das doch manchmal so... Habt ihr das nicht gemacht?
00:01:23: Na ja, war cool.
00:01:25: Da ist mir wohl was hingegangen!
00:01:28: Wie geht's?
00:01:30: Gut ich bin heute ein bisschen vergesslich glaube ich.
00:01:33: Macht nix.
00:01:33: Schau mal, passt ja gut zu so einem Buch wo es auch um Memory geht und so.
00:01:38: Ohja!
00:01:39: Und Memories.
00:01:40: Chronologies.
00:01:41: Genau.
00:01:43: Aber hast du sonst noch schöne Sachen gelesen?
00:01:45: Wir haben jetzt ja länger nicht mehr geredet.
00:01:46: Ja, stimmt!
00:01:48: Also ich habe zuletzt gelesen ein Buch von einem... Oh nein, ich bin immer jetzt gerade in so nem bisschen Set-Themenkomplexen aber so ist es.
00:02:00: Das ist auch das Leben.
00:02:02: und zwar hab' ich einen Buch gelesen von einem Polocaust überlebenden Jorge Semperon oder Semperin oder Georges Sempern der kommunistischer Widerstandskämpfer war und in Buchenwald.
00:02:16: Und er hat ein Buch geschrieben, Der Tote mit meinem Namen.
00:02:20: Das ist nämlich so eine ehrige Geschichte, dass der eben in Bachenwald ist.
00:02:23: Und dann gibt es so eine Anfrage aus Berlin wo er quasi verblieben ist und meistens wenn es so einer Anfrage kommt, ist das ein Zeichen dafür, dass die dich halt umbringen wollen?
00:02:33: Und dann suchen sie seine kommunistischen Freunde einen... sogenannten Muselmann, also einen Menschen der eigentlich am Sterben ist.
00:02:45: Damit er quasi Identität mit dem tauschen kann.
00:02:49: und dann geht es ein bisschen darum.
00:02:51: Es spielt alles an einem in vierundzwanzig Stunden.
00:02:55: Aber das kann ich sehr empfehlen ja und war auch so sehr eingeschrieben.
00:02:59: Also die Fäche hat dann schon eine ganze natürlich nicht nur diese vierund zwanzig stunden sondern ganz viel auf und fand ich sehr eindrücklich.
00:03:08: Hat mir gut gefallen wie gut einem sowas halt gefallen kann.
00:03:13: Und du?
00:03:15: Ich hab grad überlegt, ich weiß gar nicht mehr so genau... Ich habe aber auch sehr viel gestrickt in letzter Zeit was ja immer mit der Lesezeit am Abend leider kollidiert.
00:03:23: da kann man nicht gleichzeitig Audiobook könnte man hören das stimmt aber habe ich irgendwie auch nicht gemacht.
00:03:28: deswegen Aber was lachst
00:03:30: du?
00:03:30: Ja ich lache weil ich mache nur so
00:03:33: und du weißt
00:03:34: schon was ich sagen wollte.
00:03:36: Ja,
00:03:36: cheek-to-cheek.
00:03:38: Da spürt man die Zeit der Gedanke auch mal
00:03:41: hier über den Schwarz.
00:03:45: Ich habe was gelesen – ich weiß nicht ob du schon einmal davon gehört hast, es ist so ein ganz kleines Büchlein.
00:03:50: Ein Seen gewesen von einem gewissen Herr Goethe.
00:03:57: Kennt man kaum!
00:03:59: Ich habe tatsächlich die Leiden des jungen Hertha gelesen das erste Mal in meinem Leben
00:04:02: als Seen?
00:04:03: Nein, als actuale Reklambu.
00:04:07: Du warst besser.
00:04:09: Nee, weil ich hatte das irgendwie noch da und dann dachte ich mir... Das ist halt so ein bisschen man weiß schon was Sache is'.
00:04:18: Man muss es eigentlich nicht mehr lesen jetzt, weißt du?
00:04:20: Ich finde zum Beispiel wenn man bis heute nicht Harry Potter gelesen hat, muss man auch nicht mehr Harry-Potter lesen.
00:04:24: Man kennt einfach schon.
00:04:26: dieses gleiche Gefühl hatt' ich halt auch, aber irgendwie ist's mir in die Hände gefallen und dann war ich so gekommen.
00:04:31: Dieses Heftchen!
00:04:33: Das lese ich jetzt mal weg.
00:04:36: Und?
00:04:37: Wie viele Sterne.
00:04:38: Ich muss ja gestehen, ich mag ja Goethe sehr.
00:04:41: Fabian rollt mit den Augen...
00:04:43: Nein!
00:04:43: Ich
00:04:43: reiße sie auf!
00:04:44: Du reißt die Augen auf!
00:04:45: Geling!
00:04:46: Stimmt
00:04:46: du hast auch Weifelmannschaften gelesen,
00:04:48: gell?!
00:04:48: Ja
00:04:49: und Wilhelm Meister eins und zwei und so.
00:04:51: Ich finde es irgendwie geil aber das fand ich jetzt nicht... was ich jetzt am krassesten fand von ihm.
00:05:00: Aber ich verstehe, dass das halt auch in der Schule so viel... Also es haben halt irgendwie immer alle in der Schule gelesen aber wir irgendwie nicht und deswegen hatte ich da noch eine Rechnung offen und jetzt weiß ich's auch what the f**k is about sozusagen!
00:05:10: Aber ist es halt.
00:05:11: auch wird halt wahrscheinlich auch gelesen weil es kurz ist und jugendliche Thematik hat.
00:05:17: Ja.
00:05:18: Ich hab mal wieder sowas gelesen und ich glaubst du demnächst möchte ich auf Faust nochmal lesen.
00:05:26: Aha!
00:05:26: Und mich auch das letzte Mal so als Schülerin halt gelesen.
00:05:30: Ich habe nun...
00:05:32: Ach, Juristerei!
00:05:35: Ich
00:05:36: kann von Goethe auch immer nur so walle-walle manche Strecke denn Zauberlehrling musst du dir dann auch auswendig lernen?
00:05:42: Nee, mein Papa kann den auswendigen.
00:05:44: tatsächlich aber ich nähe wenig
00:05:46: oder
00:05:47: vielleicht mussten wir es auch nicht und hab mich da gedrückt weil ich den fand ich irgendwie immer blöd.
00:05:52: ja der ist doch Walle, walle!
00:05:55: Manche Strecke.
00:05:56: Da ist zum Zecken.
00:05:57: Sorry aber da hast du dir nicht so viel Mühe
00:05:59: gegeben?
00:06:00: Das ist auch sowas wo so Pädagoginnen denken das catcht die jungen Leute mit Zauberrei und ich war immer so... Was war dein Lieblingsgedicht was du in der Schule lernen musstest?
00:06:09: Ich habe einen Strong Favourite.
00:06:11: Ich hab gar keinen Favourites.
00:06:12: Ich habe alles vergessen außer zauberlärdingen.
00:06:15: Nee
00:06:15: ich muss sagen ich bin Herr von Ribbeck auf Ribbecks im Havel Land Ultra.
00:06:19: Erfasst du das nicht?
00:06:20: Ah nee, ihr seid in Österreich.
00:06:22: Da gab es nichts mit dem Haveland zu tun.
00:06:24: Havelant!
00:06:25: Was ist denn das?
00:06:26: Das musste ich irgendwie dreimal oder so lernen weil auch jede Deutschlehrerin wieder mit dem kam und ich war alle immer so oh nein und ich so yes die Birnbaum in seinem Garten stand Leute.
00:06:36: Kennste echt nicht?
00:06:37: Nein
00:06:37: sag mal kannst du's noch
00:06:39: Herr von Rübeck auf Rübek im Hafenland, ein Birnbaum in seinem Garten stand.
00:06:43: Und in der goldenen Herbsteszeit, wenn die Birnen leuchteten weit und breit – da stopf Devins Mittags vom Tourmischoll, Und kam in Pantinen ein Junge daher.
00:06:52: So rief er, Junge wirst du eine Beere?
00:06:54: Und kam ein Mädel so rief her, Lüt dirn kummer rüber ich hab ne Birne oder so.
00:07:01: und dann geht's immer soweit da und dann stirbt der und dann nimmt er aber eine Birne mit ins Grab und dann wächst aus seinem Grab wieder einen Birnenbaum raus und sein Sohn hält eigentlich den actual OG-Birnenbaum abgesperrt.
00:07:20: Das
00:07:37: ist etwas komplett anders.
00:07:44: Findest du, man kann sagen es ist ein Favourite?
00:07:48: Ja
00:07:49: doch.
00:07:49: Oder ein Classic in unserer Konstellation?
00:07:53: Indit!
00:07:54: Genau wir besprechen heute
00:07:56: einen Buch
00:07:57: was ich dir glaube ich mir empfohlen habe kann nicht
00:07:59: sein
00:08:00: und zwar heißt das auf Deutsch in Wasser geschrieben Und auf Englisch, The Chronology of Water von Lydia Yuknavich.
00:08:08: Einer amerikanischen Autorin.
00:08:09: Ich habe auch noch mal... ich fand es interessant, dass es schon im Jahr ist, dass sie in den USA gekommen sind und erst in dem Jahr ist die Übersetzung erschienen.
00:08:17: Das ist ja schon gar nicht so häufig.
00:08:19: das Sachen dann... Also entweder die schlagen halt gleich ein oder
00:08:23: gar nie.
00:08:23: Aber weißt du warum?
00:08:25: Wegen der Filmankündigung.
00:08:26: Bin ich schon sicher!
00:08:28: Ja, wobei er im Jahr war, also wenn's da schon erschienen ist.
00:08:32: Ja, glaub ich schon.
00:08:33: Naja auf jeden Fall dieses Jahr und letztes Jahr auch.
00:08:36: also ich glaube der hatte den Film statt.
00:08:38: in zwei tausend fünfundzwanzig.
00:08:39: in den USA lief der film The Chronology of Water auch als Regie Debüt von Kristen Stewart Und wir haben ihn auch verkürzen im Kino angeschaut können vielleicht noch ein paar Worte darüber verlieren und das hat uns dazu bewogen doch nochmal dieses Buch anzuschauen
00:08:53: oder?
00:08:54: Mhm weil ich glaube ich habe es das erste Mal gelesen auch schon so vor zehn Jahren.
00:09:00: Ich glaube, ich habe es erst gelesen als du es mir empfohlen hattest und es ist noch nicht so lange her.
00:09:04: Aber
00:09:04: das wird auch schon vor der Pandemie gewesen sein?
00:09:06: Nein!
00:09:08: Das war danach oder währenddessen
00:09:10: vielleicht?
00:09:11: Ja dann seit fünf-sechs Jahre.
00:09:12: Genau auf den Jahr zwanzivundzwanzig sage ich noch der Vorständigkeit halber.
00:09:15: Es ist dann auch in Anführungszeichen nur ein Taschenbuch beim BTB Verlag beziehungsweise Penguin erschienen.
00:09:20: Das deutsche Übersetz von Claudia Max.
00:09:24: So wie immer... sage ich ein bisschen was über Lydia Yuknavich, aber wie nicht immer überschneidet sich das eh schon etwas mit der Handlung
00:09:31: des Buchs.
00:09:31: Weil es handelt sich um ein Memoir beziehungsweise ... weiß ich nicht kann man noch darüber reden.
00:09:36: Creative Nonfiction Autobiografie.
00:09:39: deswegen ist vieles sozusagen was ich jetzt biographisches sag dann auch Teil der Handelung des Buch's.
00:09:44: also Lydia Yuknavic wurde neunzehntundertsechzig geboren als Lydia Jagmin Interessanterweise, ja.
00:09:51: Oder Yukman weiß ich nicht genau in San Francisco, in Kalifornien und heute ist sie Professorin oder Lehrende an der University of Oregon wo sie kreatives Schreiben unterrichtet und auch Literaturwissenschaften und Women's Studies.
00:10:04: Und eigentlich immer wenn man recherchiert kommt auch als Satz in ihrer Biografie auf dem Buch rücken und so da steht immer she is a very good swimmer.
00:10:13: Gute Schwimmerin.
00:10:14: das finde ich irgendwie auch nett.
00:10:17: berufliche Sachen aufgezählt werden.
00:10:18: Ich habe mir noch gedacht, es wäre doch irgendwie schön wenn bei jedem Mensch irgendwie noch ein Hobby oder eine Fertigkeit beistehen würde.
00:10:25: Ja genau, irgend sowas!
00:10:28: Aber bei ihr ist es ja so dass diese sehr guten Schwimmfertigkeiten auch was mit dem Buch zu tun haben.
00:10:33: aber ich glaube trotzdem das es generell immer dabei steht.
00:10:36: Interessanterweise hat sie für die eine Kurzgeschichte mit dem Titel The Chronology of Water mal einen Preis gewonnen, aus dem dann quasi erstens dieses Buch entstanden ist und was auch so ein bisschen Start ihrer professionellen Karriere als Schriftstellerin war.
00:10:50: Und das Buch, das wir heute besprechen, the Chronology Of Water, hat auch ein paar Preise bekommen allerdings jetzt keine so sage ich mal von der Top Tier.
00:10:59: Literaturpreise aber halt schon so ein paar andere Auszeichnungen zum Beispiel.
00:11:03: Hat das den PenCenter Creative Nonfiction Award bekommen und genau auch der Oregonian, was halt eine Zeitung in Oregon ist hat es so one of the best books of year also irgendwie es ist schon direkt gut angekommen aber eher ein bisschen independent Indie-Kreisen was sich auch so ein bisschen in der Publication History niederschlägt.
00:11:21: Also es hatte auch ein bisschen Probleme, jetzt einen großen Verlag zu finden.
00:11:25: Hawthorne Books ist ja auch ein Independent-Verlag und gleichzeitig hat das Buch aber schon als es rauskam eine große Fangemeinde.
00:11:31: also gerade Frauen haben sehr stark darauf angesprochen.
00:11:37: Es hat so ein großes Gefolgschaft quasi kreiert.
00:11:40: Also irgendwie finde ich das ganz interessant wie das auseinanderklaffen kann.
00:11:44: Und trotzdem wurde es erst im Jahr zwanzig ins Deutsche übersetzt obwohl es in den USA in gewissen Kreisen halt schon sehr gut ankam.
00:11:50: Es ist aber nicht ihr erstes Buch, sie hat noch mehrere weitere Romane, eine Kurzgeschichten-Sammlung und auch einen Ted Talk der dann als Buch herausgekommen ist veröffentlicht.
00:12:00: Auch ein anderen Roman der heißt Dora Aheadcase da geht es um die Dora die auch in den Freud Texten vorkommen, das habe ich auch gelesen übrigens.
00:12:08: Auch ganz interessant und The Book of Joan ist glaube ich so ihr bekanntestes Buch gewesen ist eher in Richtung Science Fiction.
00:12:14: also ich finde es beeindruckend dass sie in sehr vielen verschiedenen Genres auch unterwegs ist.
00:12:19: Genau und auf YouTube kann man auch den Ted Talk the Beauty Of Being a Misfit anschauen
00:12:22: der ist auch
00:12:24: sweet.
00:12:25: genau da geht's auch viel um die gleichen Themen um die es auch im Buch heute geht.
00:12:29: deswegen keine Spoilers Was ich auch noch herausgefunden habe, was ich cool finde.
00:12:34: Sie hat, äh, zweitausendfünfundzwanzig eine weitere Autobiografie oder ein weiterer Creative Nonfiction Memorial rausgebracht namens Reading the Waves.
00:12:42: also das Wasserthema ist immer noch da und das erscheint zwanzig auf Deutsch.
00:12:48: für alle Fans können sich das schon mal vormerken.
00:12:51: Also jetzt noch mal die Handlung, weil wie gesagt es überschneidet sich mit der Biografie von Lydia Juknowicz.
00:12:57: Ich sage gleich einmal vorweg das Buch ist zwar ein Memoir aber nicht chronologisch angelegt und auch ein Buch was so relativ offen sagt dass es sozusagen mit dem Genre Memoir oder Autobiographie hadert und auch mit dem Thema Chronologie, obwohl Chronologie im Titel steht.
00:13:16: Ich dachte mir, ich lese mal kurz was vor, weil praktischerweise wird's gleich am Anfang gesagt, worauf man sich einlässt... Also vielleicht noch mal kurz weg?
00:13:22: Es steigt ein mit der Todgeburt ihrer Tochter, also ihres ersten Kindes.
00:13:28: Und das ist so'n bisschen eigentlich die Mitte der Zeitspanne, die erzählt wird in den Buch.
00:13:32: Sie erzählt von ihrer Kindheit bis, würd ich mal sagen ... Bis zu ihrer zweiten Ehe, also bis sie in Zweiten Mann heiratet oder ist es schon der Dritte?
00:13:40: Den dritten Mann heirattet was wahrscheinlich so Anfang Mitte dreißig ist.
00:13:44: Genau und die Geburt ihrer Tochter ist eben so ungefähr in Ermitteltes heißt das springt dann immer vor uns zurück hin und her Und ein paar Seiten weiter sagt sie dann eben Dein Leben passiert nicht in irgendwelchen Ordnungen.
00:13:56: Events haben keinen causenden Effekt, wie man sie wünscht.
00:14:00: Es ist alles eine Serie von Fragments und Repetitions- und Patterninformationen.
00:14:11: Langweilig und Wasser gibt es das ungewöhnlich.
00:14:14: All die Events meiner life swimmen in und out zwischen uns, ohne Chronologie, so wie in Dramas.
00:14:19: Also wenn ich eine Memorie der Relationschaft denke oder jemandem über ein Bike zu schreiben oder meine Liebe für Literatur und Arten... Art.
00:14:26: Or when I first touched my lips to alcohol or how much I adored my sister, or the day my father first touched me there's no linear sense.
00:14:33: language is a metaphor for experience.
00:14:35: it says arbitrary as mass of chaotic images.
00:14:38: we call memory but can put into lines.
00:14:40: narrativize over fear.
00:14:42: Genau, also so mit sozusagen das Mission Statement.
00:14:46: Es gibt Erinnerungen und es gibt Themen Und es gibt Sprünge und es Gibt Fragmente und all das ist irgendwie das Leben Das hier so niedergeschrieben wird.
00:14:54: ich habe auch in einer Rezension gelesen dass eine Person gesagt hat Juknowitsch is a Memoirist who doesn't believe in memory or chronology Was natürlich praktisch ist für so ne Autobiografie.
00:15:05: Ich zähl mal kurz ein bisschen auf was die Themen sind können dann ja Mal gucken über was wir noch im Detail reden.
00:15:11: Wie schon gesagt, es beginnt mit der Todgeburt ihrer Tochter.
00:15:17: Ein anderes Thema was auch gerade in dem Zitate sich vorgelesen habe, schon angeschnitten wird ist so als sie als Kind sexuell von ihrem Vater misshandelt wurde und auch körperlich misshandlet wurde dass ihre Mutter dem Ganzen irgendwie nicht zugeschaut aber das sie das toleriert hat ohne einzuschreiten die sehr apathisch war.
00:15:37: Lydia Jugnerwitsch war auch als jugendliche sehr gute Schwimmerin und auf einem sehr guten Weg, eine professionelle vielleicht sogar olympische Schwimmerin zu werden.
00:15:47: Hat auch kurz ein Schwimmstipendium an der Universität bekommen das sie dann aber verloren hat weil sie ja drogensüchtig und alkoholsüchtig geworden ist.
00:15:57: Es geht auch sehr viel um Sex und ich würde es irgendwie so reckless sexual behavior nennen.
00:16:03: also müssen wir wahrscheinlich später noch mal drüber sprechen mit Frauen und Männern.
00:16:09: Genau, dann gibt es eben diese Schwangerschaft und den Verlust ihrer Tochter eine erste Ehe, eine zweite Ehe oder eine dritte Ehe was auch ein interessanter Episode ist dass sie irgendwann an die University of Oregon kommt wo sie Ins Schreiben, also zum Schreiben kommt und ich finde man muss auch sagen ins Schreiben reinschlittert weil eine Freundin sie eigentlich mitschleift in einen Schreibworkshop mit Ken Keasy.
00:16:32: Das ist der der One Flew Over the Cookest Nest geschrieben hat, der da sozusagen ein Seminar geleitet hat und einen kollaborativen Roman mit seinen Studierenden geschrieben hat.
00:16:41: Da ist hier so es hier zum schreiben gekommen.
00:16:44: Darum geht's auch und ja am Ende gehts noch darum wie sie ihren dritten Mann eben kennenlernen mit ihm nochmal einen Sohn hat.
00:16:52: Ja, so ein bisschen in diesem ... Bisschen eine Heilung erfährt auch durch die Familie und in der Familie.
00:16:59: Das ist ja die Kurzzusammenfassung!
00:17:01: Wie findest du?
00:17:02: Habe ich's gemacht,
00:17:03: Fabi?!
00:17:04: Sehr gut!
00:17:04: Ich finde es auch gut, dass das über Themen gemacht hat.
00:17:07: Was hatten wir jetzt noch nicht?
00:17:09: Ich hab mich tatsächlich gefragt, findest Du?
00:17:11: Man sollte Bücher, die nicht linear geschrieben sind, okay da gibt's viele aber die dann sozusagen mit einer sehr starken Intention einen Absicht machen... sozusagen gewaltvoll auseinander Klamüsern und chronologisch ordnen.
00:17:24: Und an chronologische Erzählen habe ich mich gefragt, ich weiß nicht.
00:17:27: Es hat sich irgendwie so ein bisschen falsch angefühlt wenn ich jetzt alles genau... Also wenn ich versucht hätte einen Zeitstrahl von Lydia Jugnawitsches Leben aus diesem Buch rauszufiltern.
00:17:37: Und gleichzeitig finde ich aber es ist ja schon interessant weil das ist auch nicht so ein Buch wo man total lost ist oder so.
00:17:44: also man findet sie schon immer wieder und die Kapitel für sich haben immer mal wieder so eine minimale Kondologie, aber ich glaube ebenso dieses Sie greift dann oder erzählt dann Sachen nochmal.
00:17:56: aber halt mit so einer zusätzlichen Info oder so, ja?
00:17:59: Also was ich euch vorhin nicht gesagt habe war da hatte ich eigentlich schon meinen Mann ... mein dritten Mann kennengelernt und der hat mich da jeden Tag dort und dahin gefahren und solche Sachen.
00:18:08: Ja also das sind dann eben so dieses Wiederholung und Sachen dann nochmal mit so eine zusätzliche Info- oder aus einer anderen Perspektive noch mal zu erzählen.
00:18:17: Und dann ist es halt auch und ich glaube so das Thema Wiederholungen, das spricht sie ja da auch am Anfang an, ist sehr präsent halt auch so durch dieses Thema, glaube ich von Sucht und auch so durch ihr Verhalten.
00:18:29: Das ist ja schon immer wieder diese Exzesse wiederholt werden.
00:18:33: Also gerade die zweite Ehe mit diesem Typ, der selber Künstler ist – ich glaube Poet oder Maler – da schreibt sie selber das ist alles wie Blur oder so.
00:18:45: eine klare Chronologie, sondern es ist wie so ein elf Jahre die so zusammengesmesht werden.
00:18:52: Also in dir auch sehr eigen erzählt werden?
00:18:56: Ja genau ich finde auch.
00:18:56: also wenn man hört ja wir haben weibliches Schreiben und nicht linearität und wir haben irgendwie ... Wasser!
00:19:06: Ich finde man denkt erst mal so oh es ist anstrengend oder einfach nicht anstrendend einmal von der Thematik vielleicht anstreggend aber Man erwartet, es wird schwer sich zu orientieren in dem Plot und auch in der Person oder im Subjekt was da erzählt wird.
00:19:21: Aber ich finde das ist nicht so.
00:19:22: Es ist vielleicht vorweg als Entwarnung.
00:19:25: Ich find's ... Nicht ein Easy-Read aber sehr ... Ja, nicht einfach, aber auch nicht schwer.
00:19:30: So klar dann indem
00:19:32: doch auch.
00:19:33: Als Leserin ist man orientiert die ganze Zeit eigentlich?
00:19:36: Außer
00:19:36: einmal muss ich dich später noch fragen.
00:19:38: Ich hab's damals nicht kapiert und immer noch nicht.
00:19:41: Egal, kommen wir später noch dazu.
00:19:43: Ja, was ich vielleicht auch noch dich fragen wollte.
00:19:45: Ich weiß nicht, ob das die beste Einstiegsfrage ever ist?
00:19:48: Aber ich hab halt so ein bisschen dran gedacht ... Als ich jünger war, habe ich eigentlich ganz gerne Suchterzählungen gelesen und es gibt's ja auch durchaus, welche in der Literaturgeschichte gut verankert sind.
00:20:00: Wie Kinder
00:20:00: vom Bahnhof zu?
00:20:02: Nee, das auch
00:20:03: stimmt!
00:20:03: Aber nee, ich mein jetzt eher so.
00:20:04: zum Beispiel hab ich ganz gerne William S. Barrows gelesen oder auch Kerouac aber auch ... Augustin Barrows habe ich mal gelesen, es war dieser Running With Scissors was auch den Film gibt mit, ich glaube Gwyneth Patra.
00:20:16: Naja also auf jeden Fall finde das ist ja schon ein Genre an sich so und das lese ich jetzt heute aber gar nicht mehr gerne weil es dann irgendwie hat man's dann auch gelesen.
00:20:25: Es geht auch sehr viel um Sucht und um Heilung.
00:20:28: aber ich würde sagen es ist so eine Addiction Plot Weil ich finde, es ist sehr anders wie diese... Also was das nämlich einerseits finde ich nicht tut.
00:20:37: Ist dass es nicht romantisiert den Rausch so sehr?
00:20:41: Das gibt's ja manchmal, dass dann Kunst darauf aufgebaut wird, dass die Wahrnehmung im Rausch verändert ist und dann liest man quasi wie die Person vielleicht die Welt wahrnimmt wenn sie total gerade im Rausch isst und dann ist das alles ganz experimentell und toll.
00:20:54: Und ich find' das macht es nicht aus meiner Sicht zumindest Was ich gut finde.
00:20:59: also Es wird schon thematisiert komisch, wenn es irgendwie dann nicht thematisiert wird.
00:21:04: Wenn's passiert ist aber... Also da hingehen für mich kein so typischer Suchtplot.
00:21:09: und was das auch nicht macht, ist dass der ganze Handlungsbogen sozusagen wie ich süchtig wurde und wie ich davon wegkam.
00:21:17: Ja genau voll.
00:21:18: Diese zwei Sachen kommen irgendwie vor aber die sind nicht Fokus dieser Suchterzählung und das fand ich irgendwie dadurch anders.
00:21:25: für mich dann immer noch total interessant nochmal zu lesen.
00:21:29: Aber ich glaube, sie thematisiert das auch an einer Stelle wenn ich mich richtig erinnere dass sie eben sagt ja es ist jetzt kein Addiction Memora oder so dieses wie ich glorreich aus meine Sucht überkam.
00:21:42: Ich finde es sehr schon sehr interessant weil und der Anführungszeichen also im Sinne von entspricht nicht unseren Erwartungen gar nicht, dass man enttäuscht ist.
00:21:50: Sondern sie erfüllt gewisse Erwartung eben nicht einerseits was dieses Addiction-Plot oder auch so How I Overcame my Addiction betrifft aber auch nicht zu diesem Trauma-Plott.
00:22:03: Also das spielt natürlich eine total große Rolle Aber wir wissen ja von Anfang an was mit ihr los ist.
00:22:10: Also bei das Trauma-Plot, da geht es ja immer auch so darum, dass man in allen Details dann erfährt, was da jetzt passiert ist und das ist eben auch so diesen Inzest des Vaters betrifft.
00:22:20: Erzählt es ja nicht viel also man kriegt schon mit aber es geht ja überhaupt nicht in Detail.
00:22:24: Und auch da gibt's ja nicht so wie ich geheilt wurde oder so und aber auch nicht... Ich finde es auch interessant.
00:22:30: Es erklärt auch nicht alles.
00:22:32: Natürlich versteht man okay ihr Verhalten und auch, sie sagt ja auch so dass sie so ihren Körper sozusagen einerseits in die Sucht wirft aber eben auch in dieses sexuelle das sie halt so keine andere Ausdrucksmöglichkeit hat mit dem umzugehen oder dass das halt ihre Art ist damit umzugehnen.
00:22:52: Aber es ist jetzt auch nicht so.
00:22:53: also es sind keine in keinem dieser Genres- oder Plotts eben reduzierend darauf und das finde ich schon sehr Besonders.
00:23:03: Ja, ich war aus dem Grund irgendwie auch so ein bisschen nervös das jetzt noch mal zu lesen weil ich eben gesagt habe es vor relativ langer Zeit gelesen und einfach gemerkt hab was würde ich heute nicht mehr lesen irgendwie so addiction memoirs oder Ja.
00:23:21: und dann dachte ich so irgendwie, ich wollte nicht dass sich das Buch da nicht mehr mag weißt du wie ich meine.
00:23:27: Und dann war ich erleichtert als ich mich eben an die Details wie das... Ich wusste noch die Themen aber ich wusste nicht mehr ganz genau wie es das alles verarbeitet hat.
00:23:33: Dann war ich positiv überrascht nochmal davon, dass es irgendwie das alles macht, aber genau ohne sich darauf zu nur eine Sache zu sein.
00:23:41: vielleicht ist das was man sagen kann Du hast gerade angesprochen, sorry.
00:23:45: Wolltest du was noch zu dem Thema sagen?
00:23:47: Ja ich...
00:23:47: also dazu nur kurz in der englischen Ausgabe ist am Ende noch so ein Interview mit ihr abgedruckt und da finde ich interessant.
00:23:56: Da geht es eben auch an einer Stelle um den Incest dass sie eine der ersten versionen glaube ich entweder von der kurzgeschichte oder dieses buch, das sie abgegeben hat.
00:24:10: Oder dass sie in einem schreibworkshop besprochen hat und dann hat sie so als rückmeldungen bekommen oh Gott so der insesplott ist es schon so passee das interessiert keine saum mehr sodass es ausgelutscht und dass sie so Dann erstmal rausgehen musste und so im klo geweint hat weil es natürlich extrem brutal ist und dass ihr aber auch gemerkt habt ja das stimmt auch auf einer art Und ich finde das schon auch immer wieder so interessant, dass sie eben glaube ich sehr bewusst sich dessen ist was so die Erwartungen sind.
00:24:38: Was auch... Das kommt wieder so auf das zurück, was du am Anfang gesagt hast, dass Sie auch sehr sich dessens bewusst ist was wird vermarktet, also was ist vermarktbar und sie dann auch in dem Interview sagt ja es gibt halt so eine gewisse Art von Erwartung.
00:24:53: Auch des kapitalistischen Buchmarkts was so marketable stories sind.
00:24:58: und genau sowas wollte sie eben nicht schreiben und das finde ich jetzt auf vielen Ebenen glaube ich so abgesehen davon von diesem Zitat dass du vorgelesen hast, dass es für Sie ja auch darum geht zu das abzubilden wie sich das immer noch in ihrer Realität oder in Ihrer Wahrnehmung widerspiegelt nicht linear ist und nicht zu dieses saubere, ja so am Anfang war ich süchtig.
00:25:20: Und dann habe ich das irgendwie geschafft und jetzt ist es alles vorbei.
00:25:24: dass ihr das bewusst ja auch will aber ich glaube es auch eine sehr bewusste Entscheidung ist gegen gewisse Plots die halt einfach so konsumiert werden können um sich gut verkaufen.
00:25:36: Und ich meine, sie reizt sich halt auch sehr stark ein in einen Zeitgeist.
00:25:40: Aber auch in Vorbilder oder in weibliches Schreiben was sie selber konsumiert und was sie toll findet.
00:25:45: also Ich glaube das ist so...ich will nicht Marketable sein aber eigentlich will sie schon zu einer Traditionen dazugehören, die aber halt nicht so die Mainstream ist.
00:25:53: Sondern die coolen Girls.
00:25:53: Cathy Aker zum
00:25:54: Beispiel.
00:25:56: Na ja ... Aber was ich auch noch gelesen hab in einer Rezension war, dass über das Buch gesagt wurde oder geschrieben wurde, it shows the lived experience of a girl woman with her body und fand mich ganz interessant vielleicht dieses Thema Körper- und Verwundbarkeit?
00:26:14: Also ich hab ein bisschen überlegt... Ich find's immer interessant über den Körper in der Literatur nachzudenken.
00:26:21: Und gleichzeitig finde ich es auch schwierig, weil ich finde immer ein Körper irgendwie tritt nur dann ... Weil der Körper ist ja natürlich immer da, wenn ein Mensch da ist.
00:26:30: Aber es wird einem nur so bewusst, dass der Körper eine Rolle spielt, wenn's um Sex, Sport oder Schmerz geht.
00:26:36: Also man kann den bewegen, man kann ihm Pleasure zufügen oder man kann ihn kaputt machen, den Körper und trotzdem ist er sonst auch immer da.
00:26:45: aber ... Diese drei Sachen, die man machen kann, wo der Körper sehr besonders in Erscheinung tritt werden in diesem Buch stark auch behandelt.
00:26:55: Würdest du sagen, das stimmt?
00:26:56: Dass es halt, dass der Körper da präsenter ist als jetzt in anderen Memoirs vielleicht oder in anderen weiblichen Schreiben ... Ich hab auch überlegt, ist das ein Buch was schockierend ist?
00:27:06: Findest du's so arg?
00:27:08: Also ich hab grad noch mal drüber nachgedacht.
00:27:09: Es stimmt, dieses ... Der Körper ist in der Literatur selten so präs- Und das hat, glaube ich natürlich mit dem Medium Sprache zu tun.
00:27:21: Weil halt sozusagen der Körper da jetzt nicht unmittelbar sichtbar ist einfach auf eine Art und weil ja alles so... Ich gehe oder was auch immer... Das ist natürlich auch ne körperliche Handlung aber wird dann halt nicht so wahrgenommen.
00:27:36: also man ist schon natürlich so sehr im Kopf.
00:27:43: also weil wir vorhin Kathy Aker genannt haben oder sie ja auch die als so eine ihrer Idole, glaube ich kann man sagen nennt und ich finde im Vergleich zu Literatur von Kathy Aker ist das hier nicht so schockierend?
00:27:58: Ja wirklich.
00:27:59: Aber eben es ist schon diese sehr starke Körperlichkeit natürlich durch das Schwimmen erstmal und auch so diese... Es ist ja so eine Körperlichkeit, das beschreibt sie auch immer wieder dass ihr Körper selber ja auch nach so heteronormativen Weiblichkeitsnormen oder Idealen außergewöhnlich ist.
00:28:17: also sie ist sehr groß Swimmer-Bild.
00:28:20: Sie ist ja auch sozusagen jetzt nicht so diese zarte, durchsichtige Weiblichkeit oder so die so leider sondern da diese Körperlichkeit hat was zu sehr starkes.
00:28:32: Ich glaube sie hat mehrmals so dieses... sie schmeißt ihren Körper in was rein?
00:28:35: Ja sie schmeist ihr Körper in die Sucht oder in den Sex oder in so Begegnungen und das hat eine sehr eigene Stärke so und das finde ich darin ist ja noch mal auch was besonders.
00:28:47: also Ich wollte auch sagen so die körper werden immer nur dann beschrieben wenn sie irgendwie aus der norm fallen.
00:28:51: Ja, das ist ja das andere so wenn es halt eben körper sind die jetzt irgendwie außergewöhnlich sind Und dass hat das bruch schon sehr stark.
00:28:58: Und ich finde dann aber in den beschreibungen Auch so.
00:29:01: dieser sucht ja auch so der sexualität finde ich jetzt zum beispiel.
00:29:05: anders als beim film fand ich das jetzt eben sehr.
00:29:11: Ich finde, Schockieren kann ja auch manchmal so was Reiserisches sein.
00:29:14: Was sie schockieren wollen umso... ich schreibe jetzt so ganz etwas Krasses und es hat sowas Unaufgeregtes und Menschliches dabei, finde ich immer.
00:29:21: Und ich glaube das hat sehr viel mit ihrem Ton zu tun.
00:29:24: also ich finde man spürt sich so krass in diesem Buch Sie als Person und in ihrer Haltung sich selber und ihre eigenen Geschichte gegenüber.
00:29:36: Das ist, finde ich so sehr besonders.
00:29:38: Und das macht es für mich... Also ich habe nie so das Gefühl dass sie mich als Leserin jetzt so brüskieren will oder mich irgendwas aussetzen will halt nur so schau wie hartig bin oder sowas.
00:29:48: So gar nicht!
00:29:49: Sondern es kommt aus so einer sehr menschlichen also liebenswerten... Was heißt liebendswert?
00:29:56: Es kommt aus so einer sehr menschlichen und auch, finde ich, humorvollen Ecke.
00:30:00: Das hört sich jetzt vielleicht so komisch an aber die hat schon einen eigenen Witz, finde Ich.
00:30:06: Ja?
00:30:07: Ich finde manchmal ist es ein bisschen nicht störend oder so, gerade was ja sehr oft thematisiert ist ihre eigene Erregtheit... Keine Ahnung und es ist dann auch oft zu uns zählen, wo's eigentlich gerade nicht um Sex geht.
00:30:21: Wo sie dann halt so irgendwie keine Ahnung meinen... And
00:30:23: it's dripping all over the floor!
00:30:25: Ja genau oder mein Seat was so wet?
00:30:28: Und da ist man ein bisschen so
00:30:30: hoch.
00:30:33: Also da finde ich hat das schon so einen reißerischen ... Es ist auch lustig dann auf wie du sagst weil es unerwartet ist.
00:30:40: Ich möchte da auch kurz was vorlesen, weil das ist auch die Frage, die ich dann gleich noch an dich habe.
00:30:43: Weil es ist auch so dass sie nochmal zum Thema Cathy Aker, die sehr toll findet.
00:30:48: Ich glaube Intellect Tuell aber auch... Sexuell.
00:30:51: Das letzte Beispiel auch, wie manchmal die Schockingssachen passieren ist es so ein Dinner wo sie neben Kathy Aker sitzt und sich total freut.
00:30:59: dann kommt irgendwann das So ja Sie sind im Hotelpool zusammen schwimmen gewesen I got the mother loving juice spanked out of my pussy until the bed flooded.
00:31:24: Und dann kommt einfach so ein paar andere Sachen, dann kommt irgendwie Kathy died in nineteen ninety seven und so weiter.
00:31:31: sometimes in my head she is a good mother he's the good father me swimming and words.
00:31:35: also ich finde es ist um warum ich das vorlese ist erstens Es ist so ein bisschen dieses surprise sexuellen expliziten Sachen, die manchmal so eingestreut werden.
00:31:46: Diese finde ich sind schon ein bisschen schockierend manchmal.
00:31:49: und was halt auch dann hier wieder krass vermischt wird ist so dieses sexuelle mit dem Mutter-Vater-Ding, das ja auch ihr sozusagen angetan wurde dass das vermisht wird, was eigentlich nicht vermiszt sein sollte durch dadurch, dass Ihr Vater sie eben misshandelt hat.
00:32:03: und gleichzeitig macht sie es aber heute trotzdem Ja und halt auch das Schwimmen und das Schreiben.
00:32:10: Ich finde das nur so ein Beispiel davon, was halt hier irgendwie oft passiert.
00:32:13: Dass irgendwie Wasser Körper schreiben Denken Sex Mutter-Vater, Leben tot geburt.
00:32:22: Ist irgendwie immer so... Live!
00:32:24: Live!
00:32:25: Ja ist irgendwie immer ein Slippery Ball, den man da hin und her gespielt
00:32:29: wird.
00:32:30: Und was ich fragen wollte?
00:32:32: Weil es geht ja um Cathy Aker und dann gibt's davor ein ganzes Kapitel.
00:32:36: Wir haben auch darüber gesprochen dass es selten passiert das man in dem Buch jetzt nicht genau weiß wer etwas passiert und so.
00:32:41: aber ich finde es gibt ja einmal diese Szene Und dann sind so sehr explizite BDSM Sex-Szene und man weiß aber nicht wer es ist.
00:32:55: Und danach geht's über Kathy Acre weiter, und ich finde das ist so
00:32:58: offen.
00:32:59: War das jetzt Kathy Acres?
00:33:00: Nein glaube ich nicht!
00:33:01: Aber
00:33:02: man weiß es nicht weil auch hier in dem was sich gerade vorgelesen hat wird ja eigentlich auch nicht gesagt dass es Kathy Acker war.
00:33:14: Also weißt du an der Stelle Es ist egal, ich glaube
00:33:18: man kann es nicht rausfinden.
00:33:19: Ich dachte vielleicht habe ich es nur wieder nicht gecheckt und du warst so mit ganz klar.
00:33:23: Das ist auf jeden Fall irgendeine Frau die in New York wohnt, die ein So High Up In The Academic Agilents und danach und davor geht's halt um Kathy Acker
00:33:32: aber in dem Kapitel
00:33:33: wird kein einziges Mal der Name gesagt und da hab' ich mir so ein bisschen gedacht natürlich könnte jemand anderes sein den man einfach nicht erwähnen will aber das könnte auch so roundabout way sein.
00:33:43: Aber die Frage ist, warum sollte sie Cathy Aker, wenn sie ihr davor und danach die auch sich spänken lässt?
00:33:49: Vielleicht
00:33:49: so ein bisschen verfahren.
00:33:50: Damit man redzt.
00:33:51: Ich
00:33:51: weiß es nicht!
00:33:52: Nee ich glaube eher dass das eine Person ist über die man das nicht wissen soll oder wo es nur Insider dann erfahren können... Oder wissen soll.
00:34:00: If you know then we don't know unfortunately.
00:34:04: Aber vielleicht weiß es ja jemand von euch.
00:34:06: Wer weiß denn auf Seite
00:34:07: hunderthunderte
00:34:08: und dreißig
00:34:08: gemeint ist.
00:34:09: Bleibt's uns mal.
00:34:11: Aber das finde ich, also apropos auch noch mal vielleicht diesem was du gesagt hast mit dem dass alles so zusammen ist und das es so ein unerwartetes was sie Vater, Mutter da so verbindet mit diesen auch BDSM-Sachter oder dass sie dann ja auch so ihre Sexualität schon immer wieder zurückbindet eigentlich auf unterschiedliche Arten an diese Inzesterfahrung.
00:34:39: Und das finde ich halt eben auch dieses Besondere an diesem Buch.
00:34:43: Oder mich hat es erinnert, dass gibt's so ein Buch da.
00:34:45: Da hab ich dir auch schon mal erzählt davon von einer französischen Autorin Nesh Sinodis.
00:34:51: Auch so einen nonfictionen Buch ist Trauriger Tiger wo sie auch über ihren jahrelangen Missbrauch durch ihren Stiefvater erzählt und eben auch so erzählt Und das glaube ich macht Lydia Jugnawitsch hier auch sehr stark Dass diese Erfahrung etwas mit ihr macht.
00:35:09: Also abgesehen von dieser ganzen Traumatisierung und auch so der Dissoziation, dass es etwas in dir weg, was halt eben auch so dieses Absolut Böse ist.
00:35:18: Und das ist ja für gerade auch Jungen die halt missbraucht werden.
00:35:23: Das ist ja oft die Frage im Raum, dass sie selber zu Tätern werden?
00:35:26: Das fand ich in diesem Buch von der Sinosokrass und das finde ich hier auch nochmal so dieses Aufgegriffen ,dass es diese Dunkelheit gibt und die gibt es auf eine Art in uns allen glaube ich nur wenn du so früh als Kind schon mit dem konfrontiert wird und in der Art natürlich auch in so einem Setting konfrontieren wir es eben um Liebe, Vertrauen, enge Beziehung und eben diese Dunkelheit geht.
00:35:51: Und das nicht so wegzuschließen oder so zu tun, naja es gibt's jetzt gar nicht so sondern dem auf eine Art ich glaube so sie macht halt diesen Abgrund total auf aber nicht eben indem Sie uns diese krassen Szenen schildert.
00:36:03: man versteht sozusagen alles was da passiert sein muss ohne wirklich Details zu bekommen?
00:36:09: Und ich finde diese Dunkelnheit aber die übersetzt sich halt eben in ihren In ihrem späteren handeln und macht sie ja auch explizit dem sich auf eine art zu stellen.
00:36:21: Und nicht als sowas zu sagen so von wegen Ja, das muss ich jetzt überkommen und jetzt bin ich im gehalt von meinem traume oder ich habe meinen vater auch.
00:36:28: Verziehen oder wie auch immer ja sondern das einfach auch also ne eigene.
00:36:32: Als um den dimension anzuerkennen.
00:36:34: und diesen abgrund irgendwie bewegt sich ja auch immer an diesem Abgrund.
00:36:38: Es gibt so ein Kapitel, das heißt Zombie und dann sagt sie eben so, Zombieland ist halt so als sie wirklich heroinsüchtig war und dann erzählt sie halt so ein bisschen so also sehr sprunghaft alles Mögliche darüber.
00:36:50: Und dann gibt es eben so diese Rauschhaften Erfahrungen.
00:36:52: und und dann Sagt sie aber auch there were other not cool times like the time I woke up and then overpass with my face against as felt in a pool of my own vomit.
00:37:17: Und ich finde dieses, genau wie du sagst, sie romantisiert da auch nichts und machte aber auch nicht so was Sensationslösternes draus.
00:37:29: ist halt so diese Stärke und dann halt aber eben auch, wenn du dir dann halt auch vorstellst krass also so jedes dieser Momente.
00:37:36: Wenn ich mir das für sich vorstelle oder denke ich, wenn in der Situation wäre Ich würde aufstehen mit denken Scheiße jetzt ist wirklich so ich bin am Tiefpunkt weißt du?
00:37:44: So ich bin wirklich am Abgrund und jetzt muss ich und dass es halt aber etwas ist... Ich glaube, wo sie immer wieder auch hingeht und das immer wieder sucht.
00:37:52: Und dass aber nicht jetzt zu verteidigt oder pathologisiert oder sich so total verurteilt dafür sondern Sie beschreibt es halt einfach einfach.
00:38:00: Einfach
00:38:02: einfach.
00:38:02: Ich musste daran denken ich habe gestern nämlich nochmal den TED Talk angehört und da sagt sie auch einmal als Appell you can reinvent yourself endlessly Und ich finde, das ist so ein bisschen das, was da auch immer drin ist und was sich irgendwie auch so schön finde.
00:38:15: Weil vielleicht geht es in die Richtung von dem, was du gesagt hast, dass nicht so dieses ist okay.
00:38:20: Das und das ist mir passiert.
00:38:22: Es hat mich traumatisiert und dann am Ende komme ich darüber hinweg und gut ist.
00:38:26: Sondern es ist irgendwie ein sehr starkes Spiel mit.
00:38:28: Ja!
00:38:29: Die Sachen sind immer passiert und ich erfinde mich dann neu aber die alten schlimmen Dinge bleiben immer bei mir... Und die sind auch immer Teil von mir, aber ich mach dann immer was Neues draus.
00:38:39: Aber nicht total naiv.
00:38:40: Man kann alles ... You can overcome everything oder so.
00:38:43: Es ist halt irgendwie ... Ja, ich hab auch noch Abgründe und wie du ... Oder wie Dunkelheit, wie du gesagt hast.
00:38:48: Das bleibt bei mir.
00:38:49: Ich mache immer etwas Neues raus.
00:38:51: Manchmal funktioniert es wieder nicht, aber macht nichts, wenn man was Neu ist.
00:38:54: Das ist die Hoffnung, dass das Buch transportiert trotz der schlimmen Sachen.
00:39:00: Genau!
00:39:00: Also, ich glaube, das ist vielleicht jetzt eine neuere ... Blick auf eben so Traumageschichten.
00:39:08: Also Trauma hört auch nie auf, weil das was du auch vorhin vorgelesen hattest diese poetologische Statement ist ja auch voll Trauma.
00:39:16: also bei Trauma ist ja immer so dieses dass es nie vergangen und der Wunsch wäre natürlich immer Ja jetzt ist mein Gehalt jetzt ist man genauso wie bei Addiction dann bin ich clean und dann weiße es alles vorbei.
00:39:27: aber eben es ist nie vorbei.
00:39:28: und was mache ich denn damit ohne?
00:39:30: dann halt das irgendwie so künstlich überbügeln zu wollen.
00:39:34: Ich finde es interessant, sie ist ja jetzt nicht so jemand... die sich so, sag ich mal, so ein bisschen pathetisch da und meine arme Lebensgeschichte.
00:39:43: Und gleichzeitig ist sie auch nicht so, oh!
00:39:45: Ich bin die härteste und ich krieg's... Also weißt du?
00:39:48: So das zu schaffen einerseits sozusagen diese Wunden zu zeigen und es auch so eindringlich zu machen.
00:39:54: Und gleichzeitig halt obwohl sie dann eben wirklich so Fakt ab Sachen macht, ist es nie so dass man sie so pathologisiert oder so bemitleidet.
00:40:03: also die bleibt in ihrem in ihrer Stärke auf eine sehr komische Art oder sehr interessante Art finde ich.
00:40:10: Und das macht das Buch wirklich extrem beeindruckend, also so zu schaffen und so zu navigieren ja?
00:40:16: Also sag' ich mal zwischen so...ich bin so hilflos und unmächtig und an mich kann gar nichts rankommen!
00:40:23: Aber eigentlich ist sie nie hilflose und unmächte kommt mir vor.
00:40:26: Ich
00:40:27: find auch Sie sind nie nur eine Sache.
00:40:28: Das meinte ich glaube ich auch vorher damit dass es eben nicht so ne Suchterzählung ist.
00:40:32: Es ist aber auch nicht alleine Traumaerzählung, es ist auch nicht alleine so ein Künstler-Roman.
00:40:37: So von wegen VK mich zu zum Schreiben.
00:40:39: Es ist keine Sportler
00:40:42: Autobiografie sondern man ist immer mehr noch selbst als in diesen Phasen wo sie wirklich tief in der Sucht drin ist.
00:40:49: Ich finde, es gibt noch andere Themen, die sie auch beschreibt.
00:40:53: Ohne das aber auszublenden mit der Sucht.
00:40:55: Es geht trotzdem um Liebe und Familie, um das Kind des Verstorbenes usw.
00:41:00: Es ist immer so eine Gleichzeitigkeit von ganz vielen Sachen, die Sie halt ausmachen.
00:41:04: Das fand ich irgendwie schön.
00:41:07: Lass mal noch über das offensichtliche Sprechen des Wasserthema.
00:41:12: Vielleicht einfach nur für Leute, die es auch nicht gelesen haben?
00:41:14: Also aus heiss The Chronology of Water ist geht um eine Schwimmerin aber es geht natürlich auch noch um ganz viele andere Flüssigkeiten, die
00:41:23: passieren... Gibt mir deinen Saft!
00:41:25: Ich geb dir meinen!
00:41:26: Genau, es geht um Körperflüssigkeiten Es geht um Blut und um Tränen andere juices.
00:41:34: geburt ist ja auch ein wasser thema aber ich finde es kommen auch so behältnisse von wasser viel vor also swimming Pool, Badewanne sehen mehr.
00:41:45: Also auch ihr Vater ertrinkt ja zum Beispiel einmal fast.
00:41:48: oder.
00:41:49: es gibt diese Szene die ich auch super eindrücklich fand und weil sich auch sehr seltsam fand dass sie im Film raus gelassen wurde von diesem Kayakunfall.
00:41:56: Ja
00:41:57: da geht's die Kayaken mit einer Freundin und die freuen sich eigentlich total drauf.
00:42:01: aber sie so Lydia ist hi Und wird dann einmal in so ein Strudel gezogen und isst dann in ihrem Rausch.
00:42:08: Ich lass jetzt mal das Paddel
00:42:09: los.
00:42:10: Also sie ist kopfüber unter Wasser?
00:42:12: Ja, sie ist unter Wasser und lässt dann noch das Paddel los und ist so ein bisschen scheiß drauf, also auch eine nicht total krasses Szene, die jetzt auch die, die ich mir am stärksten komisch habe von dem ganzen Buch gemerkt habe Und sie wird dann eben gerade noch gerettet.
00:42:26: Es geht um Alkohol eine Flüssigkeit.
00:42:29: Und die ganzen Kapitel, die wir in dem Buch haben... Also es gibt
00:42:32: einmal so große
00:42:33: Segmente sozusagen, die heißen Holding Breath under Blue the Wet Resuscitations and The Other Side of Drowning.
00:42:40: also da ist auch das Wasser oder Schwimmthema präsent.
00:42:44: ich habe da keine Frage wie fand's du?
00:42:45: Was ich mich noch so dran erinnert hab und was sich irgendwie sowas zu voll cutees fand ist so dieses dass sie eigentlich immer mit den wichtigen Menschen im Leben schwimmen geht und dann auch immer so ein bisschen So drüber redet,
00:42:58: siegut die Schwimmen.
00:42:59: Ja genau voll und das ist so zum Beispiel dieser Ken Casey wie so ein völlig unfähig immer rumpaddelt und dass sie eigentlich einen anderen Blick auf Menschen hat... Und es ist aber dann überhaupt nicht Judgey oder so sondern es ist wirklich so Menschen zeigen sich ihr im Wasser und da finde ich halt auch so weil ich finde dieses Buch ist ja eben in diesem ganzen fragmentierten Wiederholung und so ist es super konstruiert weil es kommen halt immer wieder so Sachen eben so diese Themen wieder oder so Aspekte.
00:43:29: und zum Beispiel, das mit ihrem Vater ist ja so verrückt weil der er trinkt.
00:43:34: fast mal, und sie rettet ihn.
00:43:36: Und dann hat er aber so einen Gedächtnisverlust dadurch, weil er halt lange bewusstlos war.
00:43:42: Dann kommt zu raus, der kann nicht schwimmen.
00:43:44: Umgekehrt ihre Mutter, die als Kind schon ... Die hat so ein kürzeres Bein.
00:43:49: Mhm.
00:43:50: Und wurde halt als Kind voll viel operiert und hinkt auch.
00:43:55: Da gibt's eine Szene wo sie schildert, dass sie mit ihrer Mutter schwimmen geht.
00:43:59: Dass ihre Mutter auf einmal diese Schwere an Land hat im ... Wasser ablegen kann.
00:44:05: Also das fand ich so sehr besonders dieses Menschen, die sich im Wasser zeigen und wie sie sich zeigen und dass sie da so voll diesen Blick dafür hat.
00:44:13: Ich fand es auch voll süß irgendwie diese Szene mit ihrem Sohn.
00:44:16: ja
00:44:17: der
00:44:17: Sohn ist dann halt weil sie nicht fünf sechs Jahre alt und sie wollen schwimmen natürlich Sie für sie ist halt wasser ihr Element und erwartet man glaube ich auch so.
00:44:25: mein Kind ist eine Wasserratte und der Sohne ist ein bisschen Wasserscheu und mag halt nicht tauchen Gadgets dabei.
00:44:31: Genau, und hat ... Denkt sich immer auch Ausreden aus, warum man heute nicht Kopf unter Wasser machen kann und so.
00:44:40: Und das ist irgendwie, finde ich sowohl wie es geschildert ist aber auch im Film gemacht wurde.
00:44:45: Das fand ich sehr schön.
00:44:46: Kommt da trotzdem ein liebevoller Blick rüber von der Mutter auf?
00:44:49: Ja was jetzt vielleicht aus ihrer Perspektive auch eine Shortcoming mit Hinblick auf das Schwimmen ist.
00:44:56: Trotzdem haben die dann einen voll schönen Moment zusammen wo der Sohn irgendwann doch sagt, heute taucht er mal Das war einfach auch sehr sweet, wollte ich nur sagen.
00:45:06: Und ich finde halt das ist so dieses besondere ... Sie isst halt so dieser Schwimmprofi und guckt aber andere nicht so an.
00:45:12: Gott was sind denn das für Schlaffis?
00:45:15: Und ansonsten muss ich sagen wenn ich jetzt eine Hausarbeit drüber schreiben müsste dann wäre es natürlich ein gefundenes Fressen auch so Eckritürfemininen und Wasser- und Flüssigkeiten.
00:45:25: Das ist ja genau so dieses Ding.
00:45:27: da bin ich halt aber auch froh weil sie das dann eben nicht so obviel macht nervig würde oder so, dass man sich so denkt.
00:45:34: Ah ja das ist jetzt so für Literaturwissenschafts-Majors die dann ihre zukünftigen Arbeiten daran schreiben können sondern genau es kommt halt immer wieder vor und auf unterschiedlichen Ebenen.
00:45:46: aber es ist jetzt auch nicht so.
00:45:48: Ja und man hat auch das Gefühl also ich fand nämlich schon wie du gerade gesagt hast, dass fast eine Nummer zu durchdekliniert ist oder zu konstruiertes mit dem Wasser.
00:45:58: Und dann musste ich aber auch wieder zugeben, dass ich dann gedacht habe.
00:46:02: Aber es ist auch überall Wasser in ihrem Leben!
00:46:04: Also es ist generell im menschlichen Leben natürlich überall Wasser... ...aber dann noch mit dem Spimmthema und der Alkoholsucht und so.
00:46:11: Ich finde sie kartiert eigentlich nur was eh schon da ist.. ..und dann sticht das schon sehr stark ins Auge.
00:46:18: Die Kritik wäre ja, es ist ein bisschen zu konstruierter, aber es ist gleichzeitig auch
00:46:22: da.
00:46:22: Ja oder eben?
00:46:23: Was ist das mit dem...?
00:46:24: dass der Vater dann ertrinkt und sie ihn retten muss.
00:46:28: Das ist so wie, weißt du wenn das ein Roman wäre würde man sagen sorry aber das ist einfach zu offensichtlich also.
00:46:34: Und das fand ich aber nämlich auch sehr besonders dieser Geschichte des Vaters und der Mutter weil es ist dann eben so, Pflegeheim ist und die Mutter sich eigentlich ganz lange um den kümmert, und die dann aber auch ganz schnell an Lungenkrebs stirbt.
00:46:51: Und dann ist die Frage okay was passiert jetzt mit dem Vater?
00:46:55: Und sie holt ihn dann, also da hat sie gerade ihr Kind glaube ich bekommen.
00:47:00: Dann holen Sie den Vater quasi weil der ist in Florida und dann holen sie den Vater zu sich an die Westküste nach Oregon aber in ein Heim.
00:47:08: Das ist überhaupt nicht so das es so ist ja und dann habe ich ihm alles verziehen oder irgendwie so.
00:47:13: ne überhaupt nicht.
00:47:14: man merkt auch voll okay?
00:47:17: Sie kann denn da nicht lassen weil sie es menschlich nicht über sich bringt dass der allein in diesem Pflegeheim vor sich quasi hinvegetiert, weil das für sie wirklich so.
00:47:26: aus menschlichen Aspekten kann sich das halt nicht übers Herz bringen.
00:47:29: Und gleichzeitig ist es natürlich auch unmöglich den bei sich aufzunehmen.
00:47:34: und dann wird halt so dieser Kompromiss gefunden.
00:47:37: und dann ist aber interessant, da gibt's ja dann immer diese Frage wann checkt er noch was und wann nicht?
00:47:42: Dann kommt raus dass er diese Kurzgeschichte gelesen hat.
00:47:46: ich weiß nicht ob du die gelesen hast, ich hab die nie gelesen, aber wo ist ja nochmal glaube ich sehr viel expliziter um diesen Ja genau Das finde ich schon sehr besonders, wie das zusammengeführt wird oder wie das dann so ein Ende findet.
00:47:59: Aber ohne eben sowas wie Achversöhnung oder was auch immer und aber auch ohne auf eine Art ohne Bitterkeit ihrerseits.
00:48:07: Sollen sie sich schon so denken könnte dieser Arsch?
00:48:10: Ich find es
00:48:10: kommt schon bisschen rüber dass die sich so denkt ja du Arschloch wie praktisch, dass du jetzt genau diese Sachen vergessen hast.
00:48:17: Ja.
00:48:17: Aber es ist eben nicht so... Es muss immer kein abschließendes Urteil irgendwie gefällt werden Es muss nicht alles irgendwie jetzt gut sein oder der Gräuel gehickt werden.
00:48:26: Sonst ist man mal halt Sachen sind, halt dann passiert so.
00:48:31: ja Ja
00:48:32: ich habe jetzt gar nicht mehr so viel was sich noch anschneiden möchte.
00:48:36: Ich habe das Buch ja damals gelesen, weil ich auf dem Brooklyn Book Festival war.
00:48:41: Und da war ich in einem Panel mit ... Ich bin eigentlich wegen Jonathan Saffron-Foyer da rein, weil der da war und da war auch Lydia Juknowitsch dabei.
00:48:47: Ach nein!
00:48:48: Und ich kannte sie nicht.
00:48:49: Das heißt du hast die schon den echt erlebt?
00:48:52: Nee, und ich hab deswegen das Buch rausgesucht damals, weil es so krass fand was sie gesagt hat, wie sie so auf diesem Panel war.
00:48:59: Es ist schon eine krasse Erscheinung irgendwie und sagt so krasste Sachen also nicht krasseninheitlich sondern so auf die Art wie sie die sagt.
00:49:06: Und dann war ich so, ah was ist das denn für eine tolle Frau?
00:49:08: Ich will irgendwie mal lesen, was die geschrieben
00:49:09: hat und dann hab' ich so... I wanna juice all over her!
00:49:13: ...und da war dann so dieses Book of Joan grade glaube ich neu und da war ich ein Fiction und dann habe ich eben das Chronology Of Water, weil ich so schwimmen Wasserpasst lese.
00:49:24: Gerade habe ich so das Gefühl seit Caroline Wahlzweizwahln machen ja alle Bücher übers Schwimmen.
00:49:28: Das nervt mich auch langsam so bisschen.
00:49:30: Aber nicht so gut.
00:49:30: Ja genau.
00:49:31: Und ich finde erstens die war also OG Swimming Und ich finde halt auch so dieses Bit ja auch überhaupt nicht so hochgehalten, so von wegen.
00:49:41: Schwimmen hat mich gerettet!
00:49:42: Keine Ahnung, so dieses... Ich finde also diese... Also wir schwimmen ja selber!
00:49:48: Also jetzt gerade nicht, aber ich finde auch so... Ich hasse das immer.
00:49:52: dann auch diese Leute die dann was ist eine Inszenierung aus ihrem Schwimmen machen wo ich mir denke mein Gott man geht halt einfach ins Wasser und schwimmt auf seine Bahnen.
00:50:01: Es ist halt alles gut und so ist sie halt auch so ein bisschen, obwohl sie wahrscheinlich so mega Profi ist.
00:50:07: Aber wenn wir... Die würde sich
00:50:09: auch denken, Entschuldigung also weil wer regelmäßig schwimmt sind in zweiundzwanzig Bahnen schon nicht mehr.
00:50:12: Ja
00:50:13: voll total!
00:50:14: Da
00:50:14: bist du ja in zwanzig
00:50:15: Minuten wieder draußen.
00:50:16: Aber genau, vielleicht mein Traum wäre mit Lidia Joghnawitzschwimmen.
00:50:22: Ja natürlich total!
00:50:23: Aber sie würde mich nicht trötchen dafür und deswegen nehme ich Sie jetzt schon...
00:50:27: Bevor wir noch sagen wie sehr wir es geliebt haben,
00:50:30: würdest
00:50:31: du dann noch vielleicht sagen wollen was wir als nächstes
00:50:33: lieben?
00:50:34: Und zwar lesen wir The Sauce von Tash Orr auf
00:50:39: Deutsch der Süden.
00:50:45: Und voll gut, weil du hattest es ja schon vor längerem vorgeschlagen und da gab's aber noch keine Übersetzung.
00:50:50: Und jetzt
00:50:50: ... Bling-bling!
00:50:52: Kommt's auf Deutsch raus?
00:50:53: Ja!
00:50:53: Im August her.
00:50:56: Fabi, wie fandest du die Chronologie von Water?
00:50:58: Ich
00:50:58: habe
00:51:00: auch gedacht du hast das vielleicht beim zweiten
00:51:02: Mal.
00:51:02: Nee ich war auch so ein bisschen skeptisch vor allen Dingen wenn man ja schon weiß was einen anfang ich hab es ja gar nicht erwartet oder ich wusste ja überhaupt nichts was auf mich zukommt beim ersten mal lesen und ich war so überrascht von dieser art.
00:51:14: das habe ich damals auch schon.
00:51:15: das war jetzt auch wieder so.
00:51:17: ich habe halt so bei der Acknowledgements fängt es an mit Und so ist halt dieses ganze Buch.
00:51:43: Ich finde diese... Was is es?
00:51:46: Ja, sie halt und Natürlich auch, dass wie das geschrieben ist.
00:51:51: Das hat schon auch so Passagen sag ich mal die so ein bisschen experimenteller sind aber es hat eben auch immer wieder so sehr So.
00:51:58: ja komm on jetzt erzähle ich euch mal in drei Sätzen was da passiert ist also so passagen die dann wieder so Sehr trocken pragmatisch völlig unpoetisch sind.
00:52:08: und dieses zusammenbringen von dem allen finde ich halt sehr besonders.
00:52:13: Und ich glaube, es gibt wahrscheinlich so kaum eine Schriftstellerin die Sohne eigentlich... Ich weiß jetzt, ich hab tatsächlich nur das von ihr gelesen und ich hatte mir damals schon gedacht und denk mir jetzt wieder, ich würde gerne mal ihre quasi Fiction-Fiction Bücher lesen ob das da auch so diese Stimme halt so präsent ist.
00:52:31: Weil, das finde ich auch sagt ja immer so George Sunders und ein anderer Beloved Autor US-amerikanischer Autor von mir.
00:52:38: Der sagt auch immer der hat auch so Creative Writing und Creative Writing Buch geschrieben und sagt eben sehr oft für ihn, der unterrichtet auch Creative Writing Und für ihn geht es nur darum deine eigene Stimme zu finden.
00:52:49: Alles was ich machen kann ist deine Stimme dir zu helfen deine Stimme zu finden.
00:52:53: und sie ist so eine Autorin Die spürt man halt so krass in diesem Buch.
00:52:58: Und eben nicht nur in dieser Geschichte, sondern in dem wie es geschrieben ist, in dem Humor... Ich bin Lydia Fan und I won five stars.
00:53:12: Austria
00:53:13: Five Stars?
00:53:13: Ja!
00:53:14: Ja ich muss auch sagen, ja war halt auch ein bisschen so dachte mir, mh weiß du das ist aus den Erschienen, danach kam Maggie Nelson
00:53:22: Etc.
00:53:24: Ist das gut gealtert?
00:53:25: wohl, kann es da noch mithalten?
00:53:27: und ich muss sagen man hat schon so ein paar Sachen erinnern schon an die frühen zweitausend.
00:53:32: also Ich finde es hat schon manchmal so einen Block Vibe auch So ein bisschen so ein Internet Schreib Sound Also so ein bisschen als würde eine Person eben sehr ungefilter zu so Confessional Sachen so rotsig irgendwie auch schreiben, aber trotzdem ist das dann überhaupt nicht negativ.
00:53:53: Ich finde nur man merkt schon ein bisschen aus welcher Zeit es kommt, aber es ist trotzdem gut gealtert und ich fand's auch beim zweiten Mal lesen jetzt nach solanger Zeit immer noch sollgut und möchte auch Germany Five Points geben.
00:54:05: Na was?
00:54:06: Hat
00:54:06: mir das eigentlich schon mal bei Ellie Smith dass wir beide uns zu einer
00:54:12: Meinung waren.
00:54:13: Ich glaube auch schon noch mal dazwischen, aber ich weiß auch nicht mehr genau.
00:54:16: Genau also dann deswegen möchte ich vielleicht auch mit der auf gut reads habe ich die reviews angeschaut und es gab ein review von Roxanne Gay.
00:54:23: Nein!
00:54:24: Von diesem Buch und Roxane Gay schreibt the chronology of water is stunning.
00:54:28: I read it in three hours ignoring everything.
00:54:31: It's a book that literally cannot be put down.
00:54:33: i can't think straight to talk about this book.
00:54:39: Aber wie, die hat das in drei Stunden gelesen.
00:54:41: Das haben auch alle drunter kommentiert so... How?
00:54:45: Okay.
00:54:46: Aber ja, das war's!
00:54:47: Go read it already!
00:54:48: Yes!
00:54:49: Okay, danke!
00:54:51: Tschüss!
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